Innenminister Reul muss in der Corona-Krise umrüsten

NRW-Minister Reul und Wüst informieren über aktuelle Corona-Situation Verfügbar bis 02.04.2020

Innenminister Reul muss in der Corona-Krise umrüsten

Von Rainer Striewski

  • Innenminister Reul warnt vor Corona-Trickbetrügern
  • Polizei in NRW steht vor neuen Herausforderungen
  • Reul musste schon gegen viele Gegner kämpfen

Dieser Einsatz ist auch für Herbert Reul neu. Statt Clankriminelle oder Waldbesetzer hat der NRW-Innenminister in der Corona-Krise nun "Enkeltricketrüger in weißen Kitteln" im Visier. Am Donnerstag (26.03.2020) warnte er die Öffentlichkeit vor einer neuen Masche des Enkeltricks, bei dem Trickbetrüger etwa Corona-Tests an Haustüren verkaufen.

Reul machte deutlich, wo aktuell die Schwerpunkte der Polizeiarbeit liegen: Nicht mehr bei Einbrüchen, Raub oder Taschendiebstählen - diese Fallzahlen seien im Vergleich zum März 2019 teils um ein Drittel zurückgegangen. Jetzt beschäftigen sich die Ordnungskräfte eher mit Trickbetrügern und Verstößen gegen das Kontaktverbot.

Bußgeld wegen Parkplatz-Treffen

Denn ein paar Uneinsichtige gebe es weiterhin: 249 Verstöße gegen die Corona-Verordnungen konnte Reul bislang feststellen, begangen von insgesamt 2.000 Personen. In Bochum wollten sich etwa 23 Sportler ihre Fitnessübungen auf einem Sportplatz nicht verbieten lassen, in Oberhausen wurden gegen vier junge Erwachsenen je 200 Euro Bußgeld verhängt, weil sie sich auf einem Parkplatz getroffen hatten.

Kampf gegen Clankriminalität

Die Corona-Krise ändert derzeit alles - auch für den Innenminister. Wieder einmal. Denn Reul hatte in seiner Laufbahn schon viele Gegner im Visier. Schon vor seiner Zeit als Innenminister kämpfte der damalige Europapolitiker bereits leidenschaftlich gegen die Zeitumstellung. Mit dem Machtwechsel in NRW wurde er plötzlich Nachfolger des eher glücklos agierenden Ralf Jäger (SPD). Jetzt musste er beweisen, dass er besser und härter durchgreifen kann als sein Vorgänger.

NRW-Innenminister Herbert Reul begleitet Polizei bei Razzia gegen kriminelle Clans

Reul begleitete Razzien gegen Clan-Kriminalität

Bei der Räumung des Hambacher Forsts im Herbst 2018 bewies Reul bereits, dass er gewillt war, mit aller Härte vorzugehen - in dem Fall gegen die laut Reul "Chaoten" im Wald. Danach nahm er sich die Mitglieder krimineller Clans vor: 2019 veröffentlichte er als erster Innenminister ein "Lagebild Clankriminalität". Die Clan-Probleme wären jahrelang ignoriert worden, kritisierte Reul und gab die Parole aus: "Bei uns gilt nicht das Gesetz des Clans, sondern das Gesetz des Staates."

Stand: 26.03.2020, 18:06