Inklusion: Landesregierung will neue Standards

Schüler sitzen in der Inklusions-Klasse 5a des König-Wilhelm-Gymnasiums in Höxter unter dem Schriftzug "Inklusion"

Inklusion: Landesregierung will neue Standards

  • Landesregierung plant strengere Vorgaben zur Inklusion
  • Qualitätsstandards sollen festgelegt werden
  • Mögliche Folge: weniger inklusive Schulen

Der Dauerstreit um die Inklusion geht in die nächste Runde. Die schwarz-gelbe Landesregierung will weniger inklusive Schulen, sie dafür aber besser ausstatten. Dort, wo Behinderte und Nicht-Behinderte gemeinsam unterrichtet werden, sollen Qualitäts-Standards festgeschrieben werden. Das sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) der dpa.

Nur Schulen, die genügend Sonderpädagogen eingestellt haben, sollen Genehmigungen bekommen. Wie das genau geregelt wird, will Gebauer noch vor der Sommerpause mitteilen. Möglicherweise wird die Zahl der inklusiven Schulen zurückgehen.

Förderschulen werden gestärkt

Die Standards sollen die Klassengrößen und die Anzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf pro Klasse regeln sowie den Personalschlüssel. Auch sollen Vorgaben für die Mindestgrößen von Förderschulen neu geregelt werden.

Der Weg des gemeinsamen Lernens werde zwar fortgesetzt, so Gebauer. "Aber es ist ebenso festzustellen, dass sich viele Eltern zum Wohl ihres Kindes für eine Förderschule entscheiden."

Mangel an Sonderpädagogen

In NRW fehlten in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich 1.000 Sonderpädagogen, sagte Gebauer. Inzwischen lernen in NRW über 40 Prozent aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen.

Die rot-grüne Vorgängerregierung hatte keine Qualitätsstandards für inklusiven Unterricht vorgegeben. Kritiker meinen, der gemeinsame Unterricht sei für alle belastend. Für Befürworter ist die Inklusion hingegen der Weg zur Integration.

Stand: 21.05.2018, 10:10