Kinder sollen auf Sportplatz lärmen dürfen

Blick durch ein Tornetz auf einen Sportplatz, auf dem Kinder Fußball spielen

Kinder sollen auf Sportplatz lärmen dürfen

  • Kinder sollen auf Sportplätzen lärmen dürfen
  • Alle Landtags-Fraktionen wollen Bundesgesetz ändern
  • Streit um Kinderlärm häufig vor Gericht

Kinderlärm auf Sportplätzen soll demnächst nicht mehr als "schädliche Umwelteinwirkung" eingestuft werden: Mit einem gemeinsamen Antrag vom Donnerstag (17.05.2018) wollen CDU, SPD, FDP und Grüne die NRW-Landesregierung dazu bringen, im Bund auf eine Änderung des Immissionsschutzgesetzes zu dringen. Auch die AfD sprach sich dafür aus.

"Kinderlärm ist Zukunftsmusik"

Für Kitas und Spielplätze gelte dieses Privileg bereits, stellte der CDU-Abgeordnete Jens-Peter Nettekoven fest. Der Unterschied zu Sportplätzen sei niemandem zu erklären. Auch NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) räumte "großes Unverständnis der Öffentlichkeit" ein. "Für Lärm von Kindern und Jugendlichen darf es keine Obergrenze geben", forderte der FDP-Abgeordnete Andreas Terhaag. "Wir fordern das als Bundesratsinitiative ein." Der SPD-Abgeordnete Markus Weske unterstrich: "Kinderlärm ist Zukunftsmusik."

Streit um Rockkonzerte und Hundegebell

Sollte die Initiative Erfolg haben, müssten Eltern keine Klagen wegen des Lärms ihrer Kinder mehr befürchten. Der Bundesgerichtshof hatte vor drei Jahren bereits entschieden, dass Kinderlärm auf Spielplätzen zu tolerieren sei. Klagen wegen Lärms beschäftigen deutsche Gerichte immer wieder. Zur Frage, ob etwa der Lärm von Kitas, Kinderweinen, Partys, Hundegebell oder Rockkonzerten toleriert werden muss, gibt es zahlreiche Urteile, die unterschiedlich ausfallen.

Stand: 17.05.2018, 16:57