Landtag gedenkt Opfer des Nationalsozialismus 

Landtag gedenkt Opfer des Nationalsozialismus 

Von Rainer Striewski

Mit einer Schweigeminute hat der Landtag NRW der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Landtagspräsident André Kuper forderte dabei ein entschlossenes Vorgehen gegen Antisemitismus.

Mehrere Redner im Düsseldorfer Landtag haben am Mittwoch der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Anlass war der jährliche Gedenktag zur Erinnerung an die Befreiung der Überlebenden des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch Soldaten der Roten Armee.

"Menschenhass noch nicht besiegt"

"Auschwitz steht für das Ende von Zivilisation und Menschlichkeit", erklärte Landtagspräsident André Kuper zu Beginn der Plenarsitzung. Aber auch heute, 26 Jahre nach der Befreiung, wären Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, Extremismus und Menschenhass noch nicht besiegt.

"Ich rede nicht von irgendwo. Man findet sie direkt vor unserer Haustür", betonte Kuper. Auch heute noch müssten mitten in Düsseldorf und NRW, mitten in Deutschland und Europa Menschen aufgrund ihres Glaubens und ihrer Herkunft oder ihrer Lebensweise um ihre Würde und ihr Wohlergehen fürchten.

Standhaft gegen Hetze und Hass

"Wir bleiben wehrhaft gegenüber all jenen, die mit Worten und Waffen Menschen jüdischen Glaubens angreifen", versprach Kuper. "Wir bleiben standhaft gegenüber denen, die Hetze und Hass auf den Straßen, in den sozialen Netzwerken und auch in politischen Reden verbreiten."

Kutschaty: "Geschichte spüren, um sie zu begreifen"

"Was in Auschwitz passiert ist, übersteigt unsere Vorstellungskraft", erklärte auch SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty. Deshalb müssten Schülerinnen und Schüler aus NRW weiterhin die Gelegenheit bekommen, Auschwitz, Buchwald oder die Gedenkstätte Yad Vashem zu besuchen, denn: "Diese Geschichte unseres Landes muss man spüren um sie zu begreifen."

Dann würden sich hoffentlich in den Fußgängerzonen auch nicht mehr so genannte Querdenker treffen, die sich auf Widerstandskämpferinnen wie Sophie Scholl berufen wollen, so Kutschaty. "Wer so etwas macht, verhöhnt die Opfer des Nationalsozialismus."

"Gesundheitskrise verstärkt Antisemitismus"

WDR 5 Morgenecho - Interview 27.01.2021 05:58 Min. Verfügbar bis 27.01.2022 WDR 5


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Stand: 27.01.2021, 15:24