Flutkatastrophe hat für Laschet "historisches Ausmaß"

Armin Laschet spricht bei einer Pressekonferenz.

Flutkatastrophe hat für Laschet "historisches Ausmaß"

Von Rainer Striewski

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat den vom Hochwasser betroffenen Menschen, Städten und Landkreisen schnelle Hilfe zugesagt. Das wäre jetzt die wichtigste Aufgabe, so Laschet.

Nordrhein-Westfalen stehe nun solidarisch zusammen, betonte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach einer Sondersitzung des Landeskabinetts in Düsseldorf. "Unser Land erlebt eine Flutkatastrophe von historischem Ausmaß", so Laschet. Die Wassermassen hätten "undenkbare Schäden" verursacht, schnelle Hilfe für alle Betroffenen wäre nun die wichtigste Aufgabe.

Hilfe für Menschen und Kommunen

Dabei kündigte er mehrstufige Hilfen an: Direkthilfe für die, die nun "ohne alles auf der Straße stehen", Hilfe für Härtefälle und Strukturhilfe für die 25 vom Hochwasser betroffenen Städten und Landkreisen.

"Dazu wird es große finanzielle Kraftanstrengungen brauchen", betonte Laschet. Die für derartige Katastrophen zur Verfügung stehenden Mittel würden bei weitem nicht ausreichen. Er werde deshalb noch am Freitagnachmittag darüber mit den Fraktionsvorsitzenden im Düsseldorfer Landtag sprechen.

Laschet warnt vor nächsten Klima-Katastrophen

Auch Berlin hätte bereits Hilfe zugesagt, gab Laschet bekannt. "Um die Folgen der Flut zu bewältigen, wird nicht nur NRW, sondern Deutschland solidarisch zusammenstehen müssen."

Laschet dankte den vielen Helfern für ihren Einsatz, warnte aber auch schon vor weiteren Katastrophen. "Es ist leider Gewissheit, dass solche Extremereignisse unseren Alltag stärker und öfter bestimmen werden." NRW müsse deshalb klimafester werden.

Reul: "Ausmaß der Verwüstung nicht zu ermessen"

Nach Angaben des NRW-Innenministeriums hat das Hochwasser bereits 43 Todesopfer gefordert. "Die Lage ist weiterhin enorm schwierig und enorm gefährlich", erklärte Innenminister Herbert Reul (CDU) - und räumte ein: "So etwas habe ich noch nicht erlebt. Und das Ausmaß der Verwüstung ist überhaupt noch nicht zu ermessen." Er appellierte an die Bürger, zuhause zu bleiben und die Helfer nicht zu stören. "Jetzt ist keine Zeit für Besichtigungen."

Derzeit sind laut Reul 19.000 Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten im Einsatz. Diese hätten bereits 30.000 Einsätze bewältigt, die Polizei weitere 3.200.

Wie politisch ist das Wetter?

WDR RheinBlick 16.07.2021 29:53 Min. Verfügbar bis 16.07.2022 WDR Online


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Stand: 16.07.2021, 14:22