Ideen für die Zeit nach der Braunkohle

Braunkohle-Kraftwerk in Bergheim-Niederaussem

Ideen für die Zeit nach der Braunkohle

Von Sabine Tenta

  • Kohle-Kommission tagt am Mittwoch (24.10.2018) in Bergheim
  • NRW-Landesregierung präsentiert Vorschläge für Strukturwandel
  • Großdemonstration: IGBCE erwartet Tausende Demonstranten

Was die Politik seit Jahren nicht schafft, soll die Kohle-Kommission bis Ende des Jahres hinkriegen: Einen Fahrplan für den Ausstieg aus der Braunkohle-Förderung zu beschließen.

Die von der Bundesregierung einberufene Experten-Runde trifft sich am Mittwoch (24.10.2018) im Kreishaus in Bergheim.

Landesregierung präsentiert Sofortprogramm

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Andreas Pinkwart (FDP) werden auf der Sitzung ihre Ideen für eine Umgestaltung nach dem Braunkohle-Ausstieg präsentieren.

Unter dem Titel "Sofortprogramm Rheinisches Zukunftsrevier" hat die Landesregierung ein Konzept entwickelt, das dem WDR vorliegt.

Visionen fürs Revier nach dem Ausstieg

Ein flächendeckender Ausbau von Glasfaser und 5G-Mobilfunknetz sowie eine völlig neue Verkehrsinfrastruktur mit mehr Straßen, Schienen, Radwegen, Carsharing und Ladesäulen für E-Fahrzeuge sollen das Rheinische Revier nach vorne bringen.

Weitere Ideen sind ein Wärmespeicher-Kraftwerk, Tiefengeothermie an einem ehemaligen Kraftwerksstandort und ein Innovationspark Erneuerbare Energien. Die Ausweisung als Sondergebiet soll schnelle Genehmigungen ermöglichen.

Die Kosten für den Strukturwandel

Das Sofortprogramm ist ganz groß und weit gedacht und entsprechend teuer: Die Landesregierung schätzt die Kosten auf sechs Milliarden Euro für die nächsten 20 Jahre.

Bezahlen soll es der Bund. Der hat bislang nur 1,5 Milliarden Euro zugesagt - für alle deutschen Braunkohle-Regionen für die nächsten drei Jahre.

Pinkwart will "faire Zeitachse"

Auch wenn der Termin für den Ausstieg aus der Braunkohle noch offen ist, so mahnt der Wirtschaftsminister doch an, jetzt schon mit dem Umbau zu beginnen.

Dem WDR sagte er, es sei notwendig, "dass wir eine faire Zeitachse bekommen und dass gleich von Beginn an auch sehr viel an sehr konkreten Maßnahmen angeschoben wird".

Großdemo mit Tausenden RWE-Mitarbeitern

Eine Arbeitsmontur mit der Aufschrift RWE

Protest der RWE-Mitarbeiter

Recht konkret sind im Vergleich zu den Zukunftsvisionen der Landesregierung die Sorgen der RWE-Mitarbeiter. Sie wollen am Mittwoch demonstrieren.

Unter dem Motto "Wir sind laut für unsere Jobs - Ohne gute Arbeit kein gutes Klima" erwartet die IGBCE mehrere Tausend Teilnehmer.

Und schon am Donnerstag starten die nächsten Proteste des Aktionsbündnisses "Ende Gelände".

Die Positionen zum Ausstieg aus der Braunkohle liegen weit auseinander - im Rheinischen Revier, in der Politik und in der Kohle-Kommission. Diese gibt dabei nur eine Empfehlung ab, entscheiden müssen am Ende die Parlamente in Berlin und Düsseldorf.

Stand: 23.10.2018, 21:00