Online-Beratung als Anfang: Karnevalisten fordern mehr Unterstützung vom Land

Der Sitzungskarneval fällt in dieser Session aus. (Symbolfoto)

Online-Beratung als Anfang: Karnevalisten fordern mehr Unterstützung vom Land

Von Peter Hild

Das Land NRW hat den Karnevalsvereinen in ihrer zweiten Corona-Session erste konkrete Hilfen angeboten. Die Regionalverbände fordern aber weitere Unterstützung.

Das NRW-Kulturministerium hat für interessierte Karnevalsvereine kurzfristig vor Weihnachten eine Online-Beratung angeboten. Darin wurde von Fachleuten erklärt, wie die Vereine Anträge für Landesförderprogramme korrekt ausfüllen müssen, um an Hilfsgelder zu kommen.

Nach Angaben mehrerer NRW-Regionalverbände des Bundes Deutscher Karneval (BDK) haben daran gut hundert Vereinsvertreter teilgenommen. Der BDK zählt in NRW rund 2000 Vereine und Gesellschaften.

Karnevalisten: "Erste Schritte in richtige Richtung"

Darüber hinaus gebe es eine Hotline des Ministeriums bei Fragen und Problemen, berichten die Karnevalisten. Außerdem wurden die Antragsfristen für die Förderprogramme verlängert. "Das sind gute und wichtige Schritte, aber es müssen weitere folgen, sonst droht uns ein Vereinssterben", sagte Lothar Schwarze, Präsident des Bundes Ruhr-Karneval. Viele Karnevalisten bezweifeln, dass der Umfang der bisherigen Hilfs- und Förderprogramme ausreichen wird.

Die NRW-Staatskanzlei habe in den Gesprächen Ende des vergangenen Jahres weitere Hilfen gerade für kleinere Vereine zugesagt, so Schwarze, die nun auch umgesetzt werden müssten. In den kommenden Wochen soll es weitere Gespräche zwischen Vertretern des Landes und der Karnevalsverbände geben.

Staatskanzlei: Generelles Karnevalsverbot aktuell "nicht möglich"

Eine Sprecherin der Staatskanzlei sprach auf WDR-Anfrage von "sehr konstruktiven Gesprächen". Die zuständigen Fachressorts würden aktuell "vertieft über die bereits bestehenden Unterstützungsleistungen hinausgehende Möglichkeiten" prüfen, die Karnevalisten zu unterstützen. Ein weiteres Treffen sei in den kommenden Wochen avisiert.

Man sei in Gesprächen mit dem Bund, um die landesseitige Unterstützung auf die Hilfsprogramme des Bundes wie etwa die Überbrückungshilfen abzustimmen. Ein generelles Verbot von Karnevalsveanstaltungen für diese Session sei "zum jetzigen Zeitpunkt unter anderem aufgrund der bundesrechtlichen Vorgaben nicht möglich".

Verbände unzufrieden mit Vorgehen des Landes

Viele Karnevalsverbände sind nach wie vor unzufrieden über das Vorgehen der Landesregierung. Ein behördliches Verbot der Veranstaltungen hätte die Vereine aus der Haftung befreit, erklärte Dirk Bonkhoff vom Regionalverband Rechter Niederrhein.

Nun blieben die Absagen, Kündigungen und Hilfsanträge an den Vereinen hängen, wodurch auch Künstler und Musiker länger auf ihr Geld warten müssten. "Das ist ein unnötig komplizierter und für alle mit Risiken behafteter Weg", so Bonkhoff. Es dränge sich der Verdacht auf, dass Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) den Karneval nicht absagen wollte, weil er dadurch negative Folgen für die im Mai anstehende Landtagswahl befürchte.

Stand: 10.01.2022, 11:03