Matthias Helferich

AfD-Landesvorstand Helferich darf doch in der Partei bleiben

Stand: 09.08.2021, 14:34 Uhr

Er nannte sich in einem Chat "demokratischer Freisler" und das "freundliche gesicht des ns". Diese NS-Vergleiche führen für Matthias Helferich nun doch nicht zum Parteiausschluss.

Von Christoph Ullrich

Die Verwirrung um die sogenannte "Nazi-Affäre" in der NRW-AfD war groß. Hatte der Vorstand der Bundespartei vor einer Woche doch für einen Ausschluss des Dortmunder Politikers Matthias Helferich gestimmt?

Juristen der Partei sahen dies bei sechs Ja-Stimmen, sechs Enthaltungen und keiner Gegenstimme als gegeben an. Am Montag wurden diese Unsicherheiten nun ausgeräumt - mit einem Ergebnis, das für Parteichef Jörg Meuthen zum Problem werden kann. Denn Meuthen ist die treibende Kraft für einen Rauswurf Helferich.

Ämtersperre soll es trotzdem geben

Im AfD-Vorstand einigte man sich nämlich darauf, noch einmal über Helferich abzustimmen. Mit 8:6 setzte sich das Lager durch, das gegen einen Rauswurf ist. Darunter nach WDR-Informationen Meuthens Co-Chef Tino Chrupalla, Fraktionschefin Alice Weidel sowie Beatrix von Storch.

Die Causa Helferich

WDR 5 Westblick - aktuell 06.08.2021 04:50 Min. Verfügbar bis 06.08.2022 WDR 5


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Niederlage für Parteichef Meuthen

Die interne Ämtersperre, heißt es aus Kreisen des Bundesvorstandes, soll dagegen bestehen bleiben. Hier gab es - ebenfalls in einer erneuten Abstimmung - elf Stimmen dafür, dass Helferich zwei Jahre lang keine Ämter innerhalb der AfD ausüben darf, sofern das Parteischiedsgericht dem Antrag des Parteivorstands zustimmt.

Für den AfD-Parteichef Jörg Meuthen ist das Ergebnis - für den Moment - eine Niederlage. Er hatte im vergangenen Jahr angekündigt, gegen ganz rechte Strömungen und Vorfälle in der Partei vorzugehen. Dies im Falle Helferichs allerdings nicht gelungen, was die Frage nach den Kräfteverhältnissen in der Partei erneut aufwerfen wird.

Helferich will weitermachen

Auf den heutigen Beschluss reagierte Matthias Helferich gegenüber dem WDR schriftlich. Er respektiere die Entscheidung jedes und jeder Einzelnen im Bundesvorstand. "Die Bundesvorstandsmitglieder, die für ein Parteiausschlussverfahren stimmten, werde ich zukünftig versuchen, von mir als Parteimitglied und Parlamentarierer zu überzeugen", so Helferich.

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