NRW will vernetzte Mobilität anschieben

Illustration Vernetzung

NRW will vernetzte Mobilität anschieben

Von Thomas Drescher

  • NRW-Verkehrsministerium will 2020 2,9 Millarden Euro ausgeben
  • 65 Millionen mehr als 2019
  • Mehr Personal soll für schnellere Genehmigung von Projekten sorgen

Verkehrsprojekte in Nordrhein-Westfalen sollen künftig schneller geplant und genehmigt werden. Das sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) am Freitag (16.8.2019) bei der Vorstellung seines Budets für 2020. Der Haushalt seines Ministeriums umfasst 2,93 Milliarden Euro. Das sind 65 Millionen mehr als im laufenden Jahr.

Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt werden. Dafür gibt es 25 neue Stellen bei den Bezirksregierungen. "Wir erhöhen das Tempo", so Minister Wüst.

Vernetzung und Digitalisierung

12,8 Millionen sind für Digitalisierung und Vernetzung vorgesehen. Hinter "Vernetzung" stecken Ausgaben für sogenannte Mobilstationen. Das Sind Orte, "wo wir die Pferde wechseln", wie Minister Wüst es nannte, Umstiegspunkte also in verschiedene Verkehrsmittel: S- oder Stadtbahnen, Busse, Taxis, aber auch Ladesäulen für E-Autos kann es dort geben, Leihräder oder Stützpunkte für Carsharing.

Eröffnung der Mobilstation in Erfstadt mit Verkehrsminister Wüst (Mitte)

Eröffnung der Mobilstation in Erfstadt im Juli mit Verkehrsminister Wüst (Mitte)

Unter "Digitalisierung" fallen verbesserte Systeme zur Fahrgastinformation und neue Systeme zum Kauf elektronischer Tickets, die irgendwann auch über die Grenzen von Verkehrsverbünden hinweg gelten sollen.

Radwegenetz

47 Millionen Euro, ebenso viel wie im laufenden Jahr, fließen in das Radverkehrsnetz. Das Geld verteilt sich auf Radwege an Landstraßen (12 Mio.), an Bundestraßen (8,5 Mio.), auf kommunale Radwege (17 Mio.) und die neuen Radschnellwege (9 Mio.)

Der RS 1, der einmal von Duisburg bis Hamm auf 100 Kilometern quer durch das Ruhrgebiet führen soll, ist auf erst 12 Kilometern bei Mülheim und Essen befahrbar. Weitere Abschnitte bei Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund sind in Bau. Wann die 100 Kilometer komplett sein werden, mag der Minister nicht voraussagen.

ÖPNV

Neue alte Bahnstrecken

Mit der Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken sollen Pendler zum Verzicht auf das Auto motiviert werden. Zwei Strecken wurden kürzlich in den ÖPNV-Bedarfsplan aufgenommen:

  • Teutoburger-Wald-Eisenbahn (TWE) Harsewinkel-Gütersloh-Verl
  • Westfälische Landeseisenbahn (WLE) Münster-Sendenhorst

Irgendwann werden dort wieder Personenzüge rollen. Unklar ist noch, wann es so weit ist.

Kritik von den Grünen

Die Grünen im Landtag kritisierten den Haushaltsentwurf des Verkehrsministers. Er könne keine Prioritätensetzung für Rad oder Nahmobilität erkennen, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Arndt Klocke. Diese Haushaltsansätze seien die einzigen, die nicht erhöht würden. Wichtig wäre es, die Planung für ein landesweites Radschnellwegenetz zu bündeln, um die Projekte endlich zur Baureife zu bringen.

Wüst: "Wir brauchen eine bessere Infrastruktur"

WDR 5 Westblick - aktuell 12.08.2019 07:34 Min. Verfügbar bis 11.08.2020 WDR 5

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Stand: 16.08.2019, 16:46

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Tom 16.08.2019, 19:48 Uhr

    ... neue Systeme zum Kauf elektronischer Tickets, die ... Neben der gestiegenen Kriminalität und mehr strahlendem WLAN in Bussen ein weiterer Grund, keinen ÖPNV zu nutzen. Nur Bares ist Wahres!

  • 2 Emscherhusar 16.08.2019, 19:01 Uhr

    Es ist erfreulich das endlich von dieser Landesregierung in Sachen Verkehrsinfraktur etwas vorangetrieben wird. Während in 40 Jahren SPD Regierung und auch von der letzten ROTGRÜNEN Landesregierung so gut wie nichts getan wurde. Selbst 70 Millionen Bundeszuschüsse wurden nicht abgerufen. Ja die Genossen haben schlicht gepennt. Nun haben sie hoffentlich viel Zeit um über das Verkehrsdesaster, das sie hinterlassen haben, einmal in Ruhe nachzudenken.

    Antworten (1)
    • Lena S. 17.08.2019, 12:42 Uhr

      Genauso isset. Hoffentlich bleibt uns auf Jahrzehnte eine weitere ideologisch verklemmte rotgrüne Landesregierung erspart. Es wäre ein Segen für unser Land.

  • 1 isso 16.08.2019, 18:28 Uhr

    Was soll man mit 'nem Radweg, Schienen sind wichtig und regelmäßig und zuverlässig fahrende Züge.