Das NRW-Museum nimmt Gestalt an

Der Behrensbau am Düsseldorfer Rheinufer

Das NRW-Museum nimmt Gestalt an

Von Sabine Tenta und Christoph Ullrich

Ende August soll es im Düsseldorfer Behrensbau eine Jubiläumsausstellung zu 75 Jahren NRW-Geschichte geben. Es ist die erste im künftigen "Haus der Geschichte NRW".

Noch ist es "nur" der Behrensbau, der am Düsseldorfer Rheinufer, mitten im Regierungsviertel steht. Doch schon bald soll es dort einen ersten Vorgeschmack auf seine neue Bestimmung geben, denn der Prachtbau soll Sitz des neuen "Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens" werden.

Pünktlich zum 75. Landesjubiläum in diesem Jahr wird ab dem 26. August dort eine erste Historien-Schau eröffnet werden: "UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen" lautet der Titel der Jubiläumsschau, wie die Stiftung des Landesmuseums am Donnerstag mitteilte. "Hoffentlich mit Publikumsverkehr", sagte Landtagspräsident André Kuper (CDU), der Vorsitzende der dazugehörigen Stiftung.

Ein Auftakt, der zur Wanderausstellung wird

"Wir haben uns gefragt, wie wir die Geschichte des Landes in der ersten Ausstellung zeigen", sagte der Historiker Theodor Heinrich Grütter. Dazu sollen unter anderem 30 Geschichten von Menschen aus NRW erzählt werden, die für die gesellschaftliche Geschichte des Landes stehen. Dabei gehe es nicht - so Grütter - einzig um die politsiche Geschichte des Landes, sondern auch die Vielfalt und die Probleme des Landes. Dazu gehörten zum Beispiel Themen wie Flucht, Vertreibung, Industrie und Wirtschaft, aber auch Fußball, so Grütter weiter.

Die fertige Ausstellung soll später dann vom Behrensbau aus durchs Land wandern. In den kommenden vier Jahren soll "mindestens jeder Kreis und jede kreisfreie Stadt erreicht werden", so Gabriele Uelsberg aus dem Stiftungspräsidium.

Das Ziel: Eine Dauerausstellung bis 2026

Mit der Ausstellung soll Stück für Stück das Museum Form anehmen, das irgendwann dauerhaft im Düsseldorfer Behrensbau angesiedelt sein wird. Spätestens in fünf Jahren - zum 80. Jahrestag - soll das Museum eine feste Institution sein. Unter anderem auch mit Material des WDR, die Stiftung hat dazu eine Kooperation mit dem Sender.

Präsidiumsmitglied Hütter bezeichnete die Archivmaterialen des WDR als "Schätze", die sehr wichtig für die Erzählung der Landesgeschichte seien. Mit vielen weiteren Exponaten soll eine "solide" Dauerausstellung entstehen, die den Menschen in NRW die ganze Bandbreite der Landesgeschichte erzählen soll.

Der lange Weg zum Landesmuseum

Erste Überlegungen, die Geschichte von Nordrhein-Westfalen in einem eigenen Landesmuseum zu zeigen, gab es bereits in den 1980er Jahren. 2017 wurde es konkreter, als die CDU-FDP-Regierung die Schaffung des Museums in ihren Koalitionsvertrag aufnahm.

2018 stimmten dann im NRW-Landtag die Fraktionen von CDU, FDP, SPD und Grünen für einen Antrag, der die Entwicklung eines Konzeptes für ein "Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens" vorsah.

Daraufhin erarbeitete eine Planungsgruppe mit Expertinnen und Experten ein Konzept und der Landtag verabschiedete 2019 mit den Stimmen von CDU, FDP, SPD und Grünen ein Gesetz, das die Gründung einer Stiftung "Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens" vorsah.

Dem Stiftungs-Kuratorium gehören Mitglieder des Landtags, der Landesregierung sowie der beiden Landschaftsverbände an. Stiftungsvorsitzender ist Landtagspräsident André Kuper (CDU).

Wohin steuert das Haus der Landesgeschichte?

WDR 3 Forum 28.02.2021 55:00 Min. Verfügbar bis 28.02.2022 WDR 3


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Sitz des NRW-Landesmuseums im Behrensbau

Sitz des Museums soll der Behrensbau im Düsseldorfer Regierungsviertel sein. Der vom Architekten Peter Behrens entworfene Prachtbau wurde 1912 vollendet und steht seit 2017 leer. Die erste Landesregierung von NRW hatte hier von 1946 bis 1953 ihren Sitz. Später nutzte das Unternehmen Mannesmann das Gebäude als Hauptverwaltungssitz. Der Behrensbau steht seit 1982 unter Denkmalschutz und befindet sich praktischerweise bereits im Landesbesitz.

Stand: 06.05.2021, 11:26

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