Nach Hanau: Reul ordnet Trauerbeflaggung in NRW an

Nach Hanau: Reul ordnet Trauerbeflaggung in NRW an

Von Martin Teigeler und Frank Menke

  • Anschlag in Hanau löst Entsetzen in NRW aus
  • Innenminister Reul ordnet Trauerbeflaggung an
  • Forderungen nach intensiverer Bekämpfung rechten Terrors
  • Mahnwachen und Kundgebungen in NRW-Städten

Mit großer Bestürzung haben die Menschen und die Politik in NRW auf den offenbar rassistisch motivierten Anschlag im hessischen Hanau reagiert. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ordnete am Donnerstag (20.02.2020) Trauerbeflaggung und verstärkte Polizeipräsenz an.

Es solle verstärkt Streife an Orten gefahren werden, an denen sich muslimische Mitbürger aufhalten, sagte Reul. Dies betreffe nicht nur Moscheen.

Reul fassungslos

Der Anschlag "lässt mich fassungslos zurück", sagte Reul. Gemessen an der Zahl der Getöteten handele es sich um "eine der schlimmsten rechtsextremistischen Taten in der Geschichte der Bundesrepublik". Dass es sich offenbar um einen Einzeltäter gehandelt habe, mache die Tat "kein bisschen weniger schrecklich".

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"Wir trauern, wir fühlen, wir leiden mit den Familien der Opfer in Hanau", twitterte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) "Der Feind steht rechts. Er träufelt sein Gift in unsere Gemeinschaft", fügte er hinzu.

Laschet zitierte damit eine Aussage des damaligen Reichskanzlers Joseph Wirth (Zentrumspartei) nach einem politischen Mord in der Weimarer Republik. Der Ministerpräsident sagte zudem Karnevalsveranstaltungen in den Landesvertretungen in Berlin und Brüssel ab.

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"Ich trauere zutiefst und fühle mit den Angehörigen und Freunden der Opfer. Wir müssen aufstehen gegen den rechten Terror. Wir dürfen ihm keinen Millimeter mehr lassen", teilte SPD-Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag, Thomas Kutschaty, via Twitter mit.

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Vize-Ministerpräsident, Integrationsminister und FDP-Landeschef Joachim Stamp äußerte sich ebenfalls:

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"Rechter Terror hat wieder Menschen aus ihrem Leben und ihren Familien gerissen. Meine Gedanken und meine Trauer sind bei ihnen", twitterte Grünen-Landeschef Felix Banaszak.

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Der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen CDU, Josef Hovenjürgen, schrieb: "Das Verbrechen von Hanau zeigt erneut, wohin Verhetzung und Hass führen! Wir gedenken der Opfer! Wir sind es Ihnen schuldig den Hassern und Hetzern entschieden entgegen zu treten!"

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Auch Rudi Völler, Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen, fordert Konsequenzen aus dem Anschlag in seiner Heimatstadt: "Alles deutet darauf hin, dass es eine rassistische Tat war. Meiner Meinung nach ist es immer wichtig, bei diesem Thema Flagge zu zeigen. Hass, Gewalt und Rassismus haben in unserer Mitte keinen Platz."

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Bayer Leverkusen wird am Donnerstagabend im Rahmen der Europa-League-Partie gegen den FC Porto der Opfer gedenken und die Mannschaft mit Trauerflor spielen - genauso wie am Wochenende alle Vereine der ersten drei Ligen.

In etlichen NRW-Städten fanden am Donnerstagabend Kundgebungen gegen Rechts und Mahnwachen statt. In den folgenden Tagen sind weitere Aktionen geplant.

Am Mittwochabend (19.02.2020) hatte ein 43-jähriger Deutscher im hessischen Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen. Noch in der Nacht übernahm der Generalbundesanwalt die Ermittlungen wegen Terrorverdachts. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weist derzeit alles darauf hin, dass der Täter aus rechtsextremen, rassistischen Motiven gehandelt habe.

Stand: 20.02.2020, 20:23