Hambacher Forst: Polizei bereitet sich auf Großeinsatz vor

Montage: Von der Polizei beschlagnahmte Waffen im Hambacher Forst, Archivbild: Polizisten setzen am 27.11.2017 im Hambacher Forst Pfefferspray gegen Demonstranten ein.

Hambacher Forst: Polizei bereitet sich auf Großeinsatz vor

Von Rainer Kellers

  • Räumung des Hambacher Forstes im Oktober?
  • Polizei rechnet mit einem der größten Einsätze
  • Bis zu 160 gewaltbereite Extremisten

Die Polizei in NRW bereitet sich am Hambacher Forst auf einen der größten und gefährlichsten Polizeieinsätze in der Landesgeschichte vor. Innenminister Herbert Reul (CDU) stellte am Montag (03.09.2018) klar, dass er das Recht durchsetzen werde. "Die Polizei ist nicht der Werkschutz von RWE, sondern der Werkschutz des Rechtsstaates", sagte Reul.

Rodung ab dem 1. Oktober möglich

Ab dem 1. Oktober könnte RWE nach geltendem Recht mit der Rodung des Waldes am Rande des Braunkohletagebaus Hambach beginnen. Ein breites Bündnis aus Umweltschützern und linken Gruppen will die Abholzung verhindern.

Von der Polizei beschlagnahmte Waffen.

Die Polizei beschlagnahmte unter anderem Zwillen und Eisenkugeln

Ein Teil der Braunkohlegegner ist offenbar bereit, schwerste Gewalt einzusetzen. Am Montag zeigte das Innenministerium, welche Waffen bislang bei Waldbesetzern gefunden wurden: Unter anderem Zwillen, Messer, Äxte und Feuerwerkskörper.

Verwirrung über beschlagnahmte Waffen

Wegen der Waffen, die die Polizei am Montag der Presse vorgeführt hat, gab es einen Tag später Irritationen. Zwar stammen laut Innenministerium alle gezeigten Waffen aus dem Hambacher Forst. Ein großer Teil davon wurde aber bereits im Sommer 2016 beschlagnahmt und nicht aktuell. Das Innenministerium teilte auf Anfrage des WDR am Dienstag (04.09.2018) mit, die Waffen seien exemplarisch gezeigt worden. Auch aktuell würden immer wieder solche Waffen sichergestellt.

Bis zu 160 Gewaltbereite

Der NRW-Verfassungsschutz geht davon aus, dass sich 70 bis 80 Personen in Baumhäusern im Wald aufhalten. Ihre Zahl könnte sich verdoppeln.

Viele Waldbesetzer seien Mitglieder der internationalen linksextremistischen Szene und in Hamburg bei den G-20-Protesten dabei gewesen, heißt es beim Verfassungsschutz. Sie hätten eine sehr hohe Gewaltbereitschaft.

Nach einer Analyse des Verfassungsschutzes gehe es den Linksextremisten nicht in erster Linie um Klimaschutz. "Die wollen nicht Bäume retten, sondern den Staat abschaffen", sagt Reul. Er warnte davor, dass extremistische Gruppen die Proteste der Zivilgesellschaft unterwandern wollten.

Stand: 04.09.2018, 17:35