Hambacher Forst: Kosten für Polizei bleiben unklar

Hambacher Forst, Räumung

Hambacher Forst: Kosten für Polizei bleiben unklar

Von Christian Wolf

  • Weiter Unklarheit über Kosten für Großeinsatz der Polizei im Hambacher Forst
  • Laut Innenminister werden dazu keine Zahlen erhoben
  • Polizisten haben fast 380.000 Arbeitsstunden geleistet

Nach dem Großeinsatz der Polizei im Hambacher Forst wird es keine Angaben zu den entstandenen Kosten geben. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Mittwoch (10.10.2018) im Landtag, dass die Kosten für Polizeieinsätze grundsätzlich nicht erhoben würden. Dies sei gängige Praxis.

Düsseldorf: Herbert Reul (CDU), Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, gibt im Landtag vor der Sitzung des Innenausschusses ein Interview.

Innenminister Herbert Reul

Reul warnte auch davor, die Arbeit der Polizei nach den Kosten zu beurteilen. Der Beitrag zur öffentlichen Sicherheit lasse sich nicht betriebswirtschaftlich bewerten, sagte er. Zudem hätte die Nennung einer Summe die Folge, dass auf jeder Demonstration oder jedem Karnevalsumzug künftig "ein Preisschild" klebe.

Polizei leistete fast 380.000 Einsatzstunden

Zum Umfang des Einsatzes äußerte sich Reul hingegen. So hätten die Beamten bei der mehrwöchigen Räumung des Hambacher Forstes genau 378.857 Einsatzstunden geleistet. Insgesamt seien zwischen dem 13. September und dem 8. Oktober etwa 31.000 Personen in Schichten vor Ort gewesen.

Die Polizei hat sich am Montag aus dem Hambacher Forst zurückgezogen. Zuvor hatte sie die Baumhäuser von Umweltaktivisten geräumt und entfernt. Der Energiekonzern RWE wollte einen Großteil des Waldes abholzen, um Braunkohle zu baggern. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat allerdings einen Rodungsstopp erlassen.

Einsatz im Hambacher Forst: "Kräftezehrende Zeit"

WDR 2 | 09.10.2018 | 02:54 Min.

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Stand: 10.10.2018, 17:24