RWE stellt klar: Morschenich und Hambacher Forst sollen bleiben

RWE stellt klar: Morschenich und Hambacher Forst sollen bleiben

Von Rainer Striewski

  • Wie nah dürfen Bagger dem Hambacher Forst kommen?
  • Wirtschaftsminister Pinkwart fordert von RWE Klarstellung
  • Konzern betont: Hambacher Forst wird nicht gefährdet
  • Auch der Ort Morschenich soll wohl doch erhalten bleiben

Nachdem Ende letzter Woche und am Wochenende Gerüchte aufgekommen waren, RWE würde die Dörfer Morschenich und Manheim südlich des Tagebaus Hambach abbaggern wollen, und damit den Hambacher Forst praktisch zu einer Halbinsel machen, ging am Montag (20.01.2020) alles ganz schnell: Noch während einer eilig einberufenen Pressekonferenz von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP), in der er die bekannt gewordenen Pläne scharf kritisierte, dementierte RWE entsprechende Absichten.

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Was war passiert? RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hatte letzte Woche erklärt, dass sein Unternehmen davon ausgehe, dass die südlich des Hambacher Forstes gelegenen Dörfer Morschenich und Manheim weiterhin abgebaggert werden würden. "Wir müssen ja jetzt durch die Umplanung des gesamten Tagebaus Erdmassen von hinter dem Wald nutzen, um die entsprechende Rekultivierung und die entsprechenden Böschungen herstellen zu können", so Schmitz.

Umweltschützer befürchten seitdem, RWE könne um den eigentlich zu erhaltenen Hambacher Forst herumbaggern und ihn damit in eine Halb-Insellage bringen. Das hätte dann negative Auswirkungen etwa auf die Bewässerung des Waldes. Im Netz kursierte am Wochenende eine entsprechende Karte zu den vermeintlichen RWE-Plänen zur Umplanung des Tagebaus.

Landesregierung protestiert scharf

"Solche Planungen gehen weit über das hinaus, was uns aus den Gesprächen von RWE mit der Bundesregierung bisher vermittelt wurde", kritisierte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) auf einer Pressekonferenz am Montagvormittag. Bislang habe das Unternehmen von einer Abraumgewinnung nur im östlichen und südöstlichen Bereich gesprochen, so Pinkwart. Von RWE forderte er deshalb Klarstellung und "eine Planung, die alle wichtigen Belange der Bürger, Kommunen und der Region berücksichtigt."

Wirtschaftsminister gegen Insellösung für Hambacher Forst

WDR 5 Westblick - Interview 20.01.2020 06:02 Min. Verfügbar bis 19.01.2021 WDR 5

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RWE dementiert noch während Pressekonferenz

Noch während der Wirtschaftsminister den RWE-Konzern vor den Journalisten für seine Kommunikation kritisierte, stellte die RWE-Pressestelle per Twitter klar: "Die im Netz kursierende Karte zur Umplanung des Tagebaus Hambach stammt nicht von RWE. Der Hambacher Forst wird erhalten, aber nicht in einer Insellage."

Zudem teilte der Konzern später in einer Pressemitteilung mit, dass nach aktuellen Planungen "die Ortslage Morschenich (alt) nicht bergbaulich in Anspruch genommen werden muss". Eine abschließende Entscheidung werde im Rahmen der erforderlichen Genehmigungsverfahren erfolgen.

Braunkohle: Der Fahrplan für den Ausstieg steht

WDR 2 16.01.2020 02:38 Min. Verfügbar bis 15.01.2021 WDR Online

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Wirtschaftsminister Pinkwart kündigte bis zur Sommerpause den Entwurf einer neuen Leitentscheidung an. Dieser soll dann in der zweiten Jahreshälfte mit den Bürgern diskutiert werden. Hierzu erwarte er "zeitnah" auch die Vorstellungen von RWE, so der Minister.

Stand: 20.01.2020, 20:45