Kommentar: NRW braucht günstige Wohnflächen

Symbolbild: Rohbau in einem Neubaugebiet

Kommentar: NRW braucht günstige Wohnflächen

Von Wolfgang Otto

Landesbauministerin Scharrenbach (CDU) hat ihre Pläne vorgestellt, wie NRW mehr Bauland erschließen kann. Dabei - so unser Kommentar - braucht es einen grundlegenden Mentalitätswandel.

Die schon lange tobende Diskussion über zu hohe Mieten und Immobilienpreise in den NRW-Metropolen und drum herum, ist endlich am harten, problematischen Kern angekommen. Wenn diejenigen, die schon da wohnen, wo viele noch hinwollen, keinen Neubau in ihrer Nachbarschaft wünschen, dann wird es keine sinkenden Mieten geben – in Bonn, Köln, Düsseldorf, Münster, Aachen und den jeweils umliegenden Speckgürteln.

Menatlitätswandel notwendig

Das ist das bittere Ende aller Ambitionen. Wenn in einer der sogenannten Schwarmstädte keine Bereitschaft besteht, mehr Menschen auf engerem Raum aufzunehmen, dann sind alle anderen Bemühungen zwecklos. Man prüfe sich selbst: Wer will schon eine Sozialsiedlung in der Nachbarschaft? Zumal wenn dafür der Park verkleinert, alte Allee-Bäume gefällt, Kleingarten-Siedlungen weichen oder die schöne Aussichten verbaut werden müssen.

Die Widerstände vor Ort sind oft sehr gut begründet. Das macht die Sache ja so kompliziert. Deshalb schrecken auch viele Politiker davor zurück, einen neuen Stadtteil zu bauen. Wir brauchen also einen Mentalitätswandel. Wer wirklich will, dass kleine Angestellte, Handwerker und Arbeiter in den angesagten Zentren noch wohnen können, der muss günstige Grundstücke freimachen. Und Zuzug aktiv gestalten. Auch durch staatlichen Wohnungsbau im Interesse der Allgemeinheit. Weil wir das vergessen hatten, besteht jetzt dringender Nachholbedarf.

Das Problem mit dem Wohnungsbau

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 14.08.2019 03:01 Min. Verfügbar bis 12.08.2020 WDR 5 Von Wolfgang Otto

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Stand: 14.08.2019, 16:06