Was tun gegen den Grundschullehrermangel?

Grundschüler an der Tafel

Was tun gegen den Grundschullehrermangel?

Von Sabine Tenta

  • Großer Grundschullehrermangel in NRW
  • Wer kann was konkret dagegen tun?
  • Fragen und Antworten zum Thema

Wie viele Grundschullehrer fehlen wo im Land?

Wir haben nachgefragt, in welchem Kreis und in welcher kreisfreien Stadt in NRW wie viele Grundschullehrer fehlen und wo zuletzt offene Stellen erfolgreich besetzt werden konnten. Die Ergebnisse finden Sie hier in einer Karte:

Gibt es eine zentrale Steuerung des Lehrerbedarfs in NRW?

Nein. Zuständig sind die fünf Regierungsbezirke in NRW. Sie schreiben die Stellen aus, das Schulministerium hat darauf nach eigenen Angaben keinen Einfluss. Es gibt aber landesweite Portale, über die sich Lehrkräfte online informieren und bewerben können. LEO regelt die Lehrereinstellung online, OLIVER die Onlineversetzung, VERENA die Vertretungsbedarfe und ANDREAS die Bedarfe für andere Berufsgruppen im Schuldienst. So sehen stellensuchende Fachkräfte konkret, wo offene Stellen sind.

Was tun die Bezirksregierungen gegen den Mangel?

Die Bezirksregierung Münster hat zum Beispiel konkret Probleme in Gelsenkirchen. Dort gibt es wegen großer Zuwanderung aus Osteuropa und durch Flüchtlinge einen erhöhten Bedarf an Grundschullehrern.

Das andere Extrem im Regierungsbezirk ist die Stadt Münster; hier wollen sehr viele Grundschullehrer arbeiten. Deshalb hat die Bezirksregierung ein besonderes Angebot geschnürt: Wer sich verpflichtet, für zwei Jahre nach Gelsenkirchen zu gehen, hat danach eine Stelle in Münster sicher.

Zudem spricht die Bezirksregierung Münster nach eigenen Angaben sehr frühzeitig ausgebildete Referendare an und bietet ihnen Stellen an. Aber all diese Bemühungen stoßen an eine Grenze, wie eine Sprecherin der Bezirksregierung feststellt: "Es gibt einfach zu wenig Lehrer auf dem Markt."

Welche Anreize gibt es vom Schulministerium?

Ein ähnliches Paket wie die Bezirksregierung Münster hat Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) geschnürt: Sie hat 2.400 Lehrer angeschrieben, die eine Sekundarstufe-II-Berechtigung, aber keine Stelle haben. Das Angebot: Wer zeitlich befristet für zwei Jahre an einer Grundschule unterrichtet, kann danach unbefristet auf eine Stelle an einer weiterführenden Schule wechseln.

Von den gut 2.800 Grundschulen in NRW haben 450 zugesagt, bei diesem Projekt mitzumachen. Nach Angaben des Ministeriums haben sich in den ersten zehn Tagen 155 Lehrer darauf beworben. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

Wie kann die Attraktivität des Berufs gesteigert werden?

Die GEW NRW fordert, Grundschullehrer mehr durch anderes Fachpersonal zu entlasten. Dazu gehörten Schulsozialarbeiter, die besonders an Schulen in sogenannten sozialen Brennpunkten gefragt seien. Aber auch Schulverwaltungsassistenten könnten die Lehrkräfte unterstützen. Finanziert werden diese Stellen vom Land oder der Kommune.

Stand: 27.11.2017, 06:00