NRW verdient gut mit der Grunderwerbssteuer

Baustelle eines neuen Wohngebietes

NRW verdient gut mit der Grunderwerbssteuer

  • Immobilienboom bringt der Landeskasse Milliarden
  • Einnahmeplus von elf Prozent bei Grunderwerbssteuer
  • Hohe Belastung für Immobilienerwerb in NRW

Die Zinsen sind niedrig, Immobilien boomen. Weil viele Menschen in NRW in "Betongold" investieren, freut sich auch die Landeskasse: NRW profitiert enorm von dem Immobilienboom und kassiert immer mehr Grunderwerbssteuer.

Im ersten Halbjahr 2019 flossen 1,8 Milliarden Euro an Grunderwerbssteuer in die Kassen des Landes, wie das Finanzministerium am Montag (19.08.2019) mitteilte. Das waren rund elf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Schwarz-Gelb wollte den Steuersatz eigentlich senken

NRW gehört mit einem Steuersatz von 6,5 Prozent zu den Bundesländern mit der höchsten Grunderwerbssteuer. Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte in ihrem Koalitionsvertrag eigentlich eine Entlastung für diesen Bereich angekündigt.

Dieses Ziel bekräftigte das Finanzministerium: "Nordrhein-Westfalen setzt sich für die Schaffung von zusätzlichem selbst genutzten Wohneigentum, insbesondere für junge Familien und Haushalte mit geringerem Einkommen ein. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, ein Grundstück ohne oder mit geringerer Grunderwerbssteuerbelastung erwerben zu können", hieß es aus dem Finanzministerium. Voraussetzung sei aber ein Bundesgesetz für entsprechende Freibeträge. Dafür habe die NRW-Landesregierung eine Bundesratsinitiative eingebracht.

Kritik von der Opposition

Die Opposition meldet Zweifel an. Schwarz-Gelb habe jegliche Ambitionen für eine Senkung der Grunderwerbsteuer verloren, sage der finanzpolitische Sprecher der SPD im Landtag, Stefan Zimkeit, der "Rheinischen Post". "Ohne die Einnahmen könnte der Finanzminister keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen."

Gemeinsam kaufen - günstig mieten

WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft 07.08.2019 03:29 Min. Verfügbar bis 06.08.2020 WDR 5 Von Klaus Kuderer

Download

Stand: 19.08.2019, 15:37