NRW-Grüne freuen sich über "Baerbock-Boom"

Annalena Baerbock wird zur Kanzlerkandidatin der Grünen gekürt

NRW-Grüne freuen sich über "Baerbock-Boom"

Die NRW-Grünen freuen sich über Hunderte Neumitglieder. In Düsseldorf skizzierte die Partei den Weg bis zur Landtagswahl im Frühjahr 2022 - mit Personal und Programm.

Seitdem die Grünen am 19. April bekannt gegeben haben, dass Annalena Baerbock als Spitzenkandidatin ins Bundeskanzleramt strebt, trete in NRW "täglich ein Kreisverband Herne" in die Partei ein. Das sagte der Co-Vorsitzende des Landesverbands NRW, Felix Banaszak, am Montag in Düsseldorf.

In konkreten Zahlen bedeutet das einen Zuwachs von 620 Neumitgliedern seit dem 19. April. Und "Hunderte Anträge" seien noch gar nicht bearbeitet. Normalerweise seien pro Monat zwischen 200 und 300 neue Mitglieder zum Landesverband hinzugekommen. Die Partei macht somit einen deutlichen "Baerbock-Boom" aus und freut sich über eine Rekordstärke von 23.000 Grünen in NRW.

Wer wird Spitzenkandidatin für die Landtagswahl?

Die beiden Landesvorsitzenden der Grünen, Mona Neubaur und Felix Banaszak, in Düsseldorf.

Mona Neubaur und Felix Banaszak

Diese Zahlen unterstreichen eine Bewegung, die die Partei seit längerem trägt: Die Grünen sind im Aufwind. Wer in NRW vom Spitzenpersonal einen Boom für die in rund einem Jahr anstehende Landtagswahl auslösen soll, will der Landesverband aber erst nach der Bundestagswahl entscheiden. Da Felix Banaszak in den Bundestag strebt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau die Grünen in NRW anführt, recht groß. Das aktuelle Spitzen-Quartett der NRW-Grünen besteht neben den beiden Landes-Vorsitzenden Felix Banaszak und Mona Neubaur aus den Fraktions-Vorsitzenden im Landtag, Verena Schäffer und Josefine Paul.

Die Grünen wollen Halt in der Krise bieten

Dieses Spitzen-Quartett blickte am Montag auf die Bundestagswahl am 26. September und die Landtagswahl in NRW 2022. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, aber traditionell wird in NRW im Mai, sehr oft an Muttertag gewählt. Dabei redeten die vier Spitzen-Grünen viel von "Halt", "Orientierung" und "Vorsorge" - und skizzierten damit das Profil, das die Partei in Corona- und Klima-Krisen-Zeiten im Aufwind halten soll.

Das Bundestags-Wahlprogramm wird die Bundespartei im Juni verabschieden, das für NRW soll in einem breiten Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft, Gewerkschaften und Kultur erarbeitet werden. Im Dezember soll sich dann ein Parteitag damit befassen. Dann wird auch die Liste für die Landtagswahl gewählt und spätestens entschieden, wer auf Platz 1 in den Wahlkampf zieht.

Die Klima-Entscheidung des Verfassungsgerichts

Bis zur nächsten Landtagswahl sehen die Grünen die Landesregierung in der Pflicht, die Klimagesetzgebung zu ändern. Nach der "historischen Entscheidung des Bundes-Verfassungsgerichts", forderte Verena Schäffer die Landesregierung auf, ihren Entwurf für ein Klimaschutzgesetz in NRW "dringend zu überarbeiten" und die Leitentscheidung für den Braunkohle-Tagebau anzupassen. Erst vergangenen Freitag hatten die Grünen versucht, das Thema ins Plenum zu hieven - jedoch erfolglos.

"Spätestens 2030" müsse das Land aus der Braunkohle aussteigen, sagte Schäffer. Und Mona Neubaur unterstrich, dass die Grünen die aktuelle Leitentscheidung der CDU-FDP-Regierung nicht mittragen. Die Grünen sind sich sicher, dass dies nicht die letzte Leitentscheidung zur Braunkohle in NRW sein wird.

SPECIAL APRIL: Kim Thy Tong - Kann die Union auch grün? I 0630

0630 by WDR aktuell 01.05.2021 29:14 Min. Verfügbar bis 01.05.2022 WDR Online


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Stand: 03.05.2021, 12:59

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