Grünen-Parteitag mit NRW-Symbolkraft

Grünen-Parteitag mit NRW-Symbolkraft

Von Tobias Zacher

  • Bundes-Grüne tagen am Wochenende in Bielefeld
  • Tagungsort nicht ohne Grund gewählt
  • Auch NRW-Themen stehen auf der Agenda

Als Gastgeber der Bundesdelegiertenkonferenz hat der NRW-Landesverband der Grünen den Ausrichtungsort Bielefeld mit politischer Absicht gewählt: Nur wenige Kilometer von der Tagungshalle entfernt, im Süden Bielefelds, beginnt die Senne, eine 250 Quadratkilometer große Heidelandschaft.

Fast tausend bedrohte Tierarten gibt es dort, sie leben dort zwischen großen Magerrasenflächen, Mooren, Wäldern und Sanddünen. Seit Jahrzehnten wird die Hälfte des Gebiets von britischen Truppen als Übungsplatz genutzt. Bereits 1991 gab es deshalb einen einstimmigen Beschluss des NRW-Landtags, die Senne nach Abzug der Soldaten zum Nationalpark zu ernennen – und so die besondere Naturlandschaft zu schützen.

Nationalpark Senne von Schwarz-Gelb blockiert

Doch die schwarz-gelbe Landesregierung hatte in diesem Jahr einen entsprechenden Passus aus dem Landesentwicklungsplan (LEP) gestrichen. Seitdem regt sich Wiederstand von Umweltschützern – und auch die Grünen kritisieren die Streichung des "Nationalpark Senne" scharf. Die Landesregierung verweist darauf, dass die britischen Streitkräfte das Gebiet weiterhin nutzen wollen, deshalb sei eine Ernennung zum Nationalpark derzeit ohnehin nicht möglich.

Dagegen betonen mehrere Naturschutzgutachten, dass eine Ausweisung der Senne als Nationalpark ein wichtiger Schritt zum Artenschutz wäre. Umweltschützer wie der BUND verweisen zudem auf eine repräsentative Emnid-Umfrage aus dem vergangenen Jahr, in der sich 85 Prozent der Bevölkerung für einen Nationalpark Senne ausgesprochen haben.

Stand: 15.11.2019, 15:21