Weniger Start-ups: NRW umwirbt Existenzgründer

Andreas Pinkwart

Weniger Start-ups: NRW umwirbt Existenzgründer

Von Nina Magoley

Existenzgründer verschaffen sich selber Jobs. Die Landesregierung unterstützt diese Szene daher mit einem umfassenden Programm. Doch die Zahlen neuer Unternehmen in NRW sind rückläufig.

Um Firmengründern Unterstützung zu geben, hat das NRW-Wirtschaftsministerium vor etwa einem Jahr das Programm "Neue Gründerzeit Nordrhein-Westfalen" gestartet. Gründer sollen hier Branchenkontakte und Austausch mit bereits erfolgreichen Start-ups bekommen, Hilfe bei der Finanzierung, Zugang zur Forschung.

Am Montag zog Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) eine erste Bilanz. Demnach wurden im vergangenen Jahr in NRW 81.500 neue Unternehmen gegründet, etwas weniger als ein Viertel der bundesweit gezählten Existenzgründungen (366.000).

Nur Bayern liegt noch weiter hinten

Nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung hatte NRW im Vergleich mit den anderen Bundesländern die meisten Existenzgründer - rund 22 Prozent. Fast drei Viertel davon im Gewerbe, etwa ein Viertel in "Freien Berufen" und einige in Land- und Forstwirtschaft.

Doch diese Statistik zeigt auch, dass die Gründerzahlen in NRW seit 2017 deutlich rückläufig sind. So waren es im Vorjahr noch 700 Gründungen mehr, davor betrug das Minus sogar über 7000. Nur in Bayern trauten sich noch weniger den Schritt in die Selbstständigkeit.

Gründer motivieren

Umso entschiedener wolle man Existenzgeründer jetzt motivieren, erklärte Pinkwart. Unter anderem mit der neuen Onlineplattform "Gründen NRW", auf der alle bestehenden Angebote gebündelt sind. In Videos und Podcasts berichten dort erfolgreiche Start-ups über ihre Strategien und ihre Vorgehensweise. Ab Oktober, so NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP), gebe es dort auch eine interaktive Karte, über die Interessierte Infos zu ihrer eigenen Region finden.

Biotech ganz vorne

Als Bereiche mit besonders emsiger Gründerszene hob Pinkwart die Biomedizin, Medizinische Technik und den Maschinenbau hervor. Immer wieder bezog er sich dabei auf das immerhin schon 1984 an der Uni Düsseldorf gegründete Biotechnologie-Unternehmen Qiagen, die 1989 entstandene Biotechfirma Miltenyi aus Bergisch Gladbach oder das 2005 ebenfalls in Düsseldorf gegründete Hotelsuche-Portal Trivago.

Gefragt: Gründerstipendien

Minister Pinkwart spricht trotz sinkender Zahlen von einer "Erfolgsstory", besonders bei den Gründerstipendien. 1.800 Mal sei diese Hilfe in den vergangenen zwei Jahren in NRW gewährt worden. Angehende Start-ups erhalten dabei über ein Jahr monatlich 1.000 Euro. Dank dieser Unterstützung hätten jungen Firmen in dieser Zeit rund 2.000 neue Arbeitsplätze in NRW schaffen können.

Um den besonderen Bedingungen in der Coronapamdemie gerecht zu werden, hat das Ministerium die Laufzeit der aktuell bewilligten Stipendien auf 15 Monate verlängert. Vier von zehn angehenden Start-ups hätten ihre Projekte aus Unsicherheit zunächst verschoben, sagte Pinkwart mit Bezug auf Zahlen der KfW-Bank.

Fuck Up Stories Aachen: Gescheiterte Existenzgründer Lokalzeit aus Aachen 13.03.2020 03:07 Min. Verfügbar bis 13.03.2021 WDR Von Anke Kahle

Stand: 21.09.2020, 14:56