GroKo-Sondierung: Groschek und Laschet zufrieden

GroKo-Sondierung: Groschek und Laschet zufrieden

Von Rainer Kellers und Martin Teigeler

  • Ministerpräsident Laschet: insgesamt gutes Werk in Berlin
  • SPD-Landeschef: Politik für Kinder, Rentner und die arbeitende Mitte
  • Sozialdemokraten in NRW beraten Samstag über weiteres Vorgehen

Am Tag nach der langen Sondierungsnacht zeigen sich die Vorsitzenden von SPD und CDU in NRW zufrieden. SPD-Landeschef Michael Groschek sagte am Freitag (12.01.2018), die "Maloche" habe sich gelohnt. "Kinder, Rentner und die arbeitende Mitte" seien die Gewinner der Vereinbarungen mit der Union.

Groschek: Erstmal Koalitionsverhandlungen

In der "Aktuellen Stunde" im WDR-Fernsehen sagte Groschek am Abend, die neue Regierung sei nicht beschlossen. Es gehe jetzt erstmal darum, Koalitionsverhandlungen zu führen. Die SPD-Mitglieder hätten per Urabstimmung über eine mögliche Koalition das letzte Wort.

NRW-Ministerpräsident und CDU-Landeschef Armin Laschet hält das Ergebnis für ein "gutes Werk".

Kritische Stimmen in der NRW-SPD

Insbesondere aus der NRW-SPD hört man am Freitag aber auch viele kritische Stimmen. Veith Lemmen zum Beispiel, Ex-Juso-Chef in NRW, schreibt bei Facebook, ihm fehle der notwendige Politikwechsel.

Der Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow sagt, die große Koalition sei nicht gut für Deutschland - und die SPD bekomme das Image einer Umfaller-Partei. Er wolle die Groko "unbedingt stoppen".

Groschek sieht Mehrheit bei Parteitag

Über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen entscheidet am 21. Januar ein Sonderparteitag in Bonn. Groschek will bis dahin die Mitglieder der NRW-SPD überzeugen. "Unter dem Strich sehe ich eine Mehrheit", sagt Groschek. Bereits am Samstag (13.01.2018) treffen sich in Duisburg die Vorstände der Landespartei und der Landtagsfraktion mit den Unterbezirkschefs. Am Montag und Dienstag reist Bundesparteichef Martin Schulz an, um in Dortmund und Düsseldorf die 144 NRW-Delegierten des Bundesparteitags bei Vorgesprächen zu überzeugen.

Man habe viel erreicht, sagt Groschek und nennt unter anderem die Beschlüsse zur Rente, Bildung und zur Finanzierung der Krankenkassen. Eine Kröte, die die SPD habe schlucken müssen, sei der Spitzensteuersatz. Der soll nämlich nicht erhöht werden, wie die SPD gefordert hatte.

Von geschluckten Kröten will Ministerpräsident Laschet nicht sprechen. Er bedauert allerdings, das große "Ausgabe-Volumen" der GroKo-Projekte. Schwarz-Rot wird in seinen Augen also sehr teuer. Trotzdem könne die Union mit dem Ergebnis gut leben.

Laschet (CDU): "Insgesamt ein gutes Werk"

WDR 2 | 12.01.2018 | 04:33 Min.

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Groschek: Sondierungsergebnis geht in Ordnung

WDR 5 Westblick - Interview | 12.01.2018 | 06:02 Min.

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Stand: 12.01.2018, 19:20