So viel NRW steckt in der neuen Bundesregierung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt im Schloss Bellevue die Ernennungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entgegen nach ihrer Wahl zur Bundeskanzlerin

So viel NRW steckt in der neuen Bundesregierung

  • Neues Kabinett Merkel vereidigt
  • Drei Minister und sechs Staatssekretäre kommen aus NRW
  • 142 NRW-Abgeordnete im neuen Bundestag

Unter den Ministerinnen und Ministern, die am Mittwoch (14.03.2018) von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vereidigt wurden, sind drei aus NRW: Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stammt aus Ahaus. Die neuen Ministerinnen kommen auch aus der Gegend: Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) aus Tecklenburg und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) aus Münster. Im Gegensatz zu den anderen beiden hat Schulze derzeit kein Bundestagsmandat.

Der Bundestag hat Merkel wieder zur Kanzlerin gewählt

WDR 2 | 14.03.2018 | 03:02 Min.

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Sechs Staatsministerinnen und Staatsminister

Eine Stufe unter den Ministern sind die Staatssekretäre beziehungsweise Staatsminister angesiedelt. Sechs von ihnen stammen aus NRW. Michelle Müntefering (SPD) aus Herne wird Staatsministerin im Auswärtigen Amt und ist dort für internationale Kulturpolitik zuständig. Oliver Wittke (CDU) aus Gelsenkirchen wird Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Der Mönchengladbacher Günter Krings (CDU) bleibt Staatssekretär im Innenministerium. Auch Thomas Rachel (CDU) aus Düren behält seinen Posten als Staatssekretär im Forschungsministerium. Kerstin Griese (SPD) aus Münster wird Staatssekretärin im Arbeitsministerium, Sabine Weiss (CDU) aus Dinslaken Staatssekretärin im Gesundheitsministerium.

NRW im Bundeskabinett: Die Minister und Staatssekretäre

Drei Minister und sechs Staatssekretäre aus NRW haben es in die aktuelle Regierung von Angela Merkel geschafft.

Svenja Schulze, designierte Bundesumweltministerin, bei der Vorstellung der neuen SPD Bundesminister im Willy-Brandt-Haus

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist derzeit kein Mitglied des Bundestags. Die 49-jährige aus Münster war von 1997 bis 2000 und seit 2004 Landtagsabgeordnete in NRW. Im Kabinett von Hannelore Kraft war die Unternehmensberaterin seit 2010 NRW-Wissenschaftsministerin. Nach der verlorenen Wahl 2017 wurde sie NRW-Generalsekretärin der SPD.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist derzeit kein Mitglied des Bundestags. Die 49-jährige aus Münster war von 1997 bis 2000 und seit 2004 Landtagsabgeordnete in NRW. Im Kabinett von Hannelore Kraft war die Unternehmensberaterin seit 2010 NRW-Wissenschaftsministerin. Nach der verlorenen Wahl 2017 wurde sie NRW-Generalsekretärin der SPD.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stammt aus Ahaus und sitzt seit 2002 im Bundestag. Mit 22 Jahren war er damals der jüngste direkt gewählte Abgeordnete in der Geschichte der Bundesrepublik. Er war gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion und Mitglied im Gesundheitssausschuss. 2015 wurde er Staatssekretär im Finanzministerium.

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sitzt seit 2013 im Bundestag. Die Diplom-Kauffrau aus Tecklenburg ist 46 Jahre alt. 2017 wurde sie Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sie war Mitglied im Finanz- und Haushaltsausschuss sowie im Ältestenrat.

Michelle Müntefering (SPD) wird Staatsministerin im Auswärtigen Amt und dort für internationale Kulturpolitik zuständig. Die 37-Jährige aus Herne wurde 2013 erstmals in den Bundestag gewählt. Vorher war sie als Journalistin tätig. Müntefering ist Vizepräsidentin der Deutsch-Türkischen Gesellschaft und Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Orient-Stiftung. Sie ist seit 2009 mit dem ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering verheiratet.

Oliver Wittke (CDU) wird Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Der 51-Jährige aus Gelsenkirchen war Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur. 2013 wurde er erstmals in den Bundestag gewählt. Davor war der Diplom-Geograf Oberbürgermeister von Gelsenkirchen und NRW-Verkehrsminister. Weil er mehrmals zu schnell fuhr und dabei geblitzt wurde, trat er 2009 von seinem Ministerposten zurück.

Günter Krings (CDU) bleibt Staatssekretär im Innenministerium. Diese Position hatte der 48-Jährige bereits in der letzten Legislaturperiode inne. Der promovierte Jurist aus Mönchengladbach sitzt seit 2002 im Bundestag. Er ist Vorsitzender der NRW-Landesgruppe seiner Partei im Bundestag. Zudem ist er Beauftrager der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

Thomas Rachel (CDU) bleibt Staatssekretär im Forschungsministerium. Diese Position hat der 55-Jährige aus Düren bereits seit 2005 inne. Somit ist er der einzige Staatssekretär, der seit Angela Merkels Amtsantritt als Kanzlerin im Amt ist. Der Politikwissenschaftler Rachel sitzt seit 1994 im Bundestag. Er ist Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU.

Kerstin Griese (SPD) wird Staatssekretärin im Arbeitsministerium. Die 51-jährige Münsteranerin sitzt seit 2000 mit einer kurzen Unterbrechung im Bundestag. Von 2002 bis 2009 war die Historikerin Vorsitzende des Familienausschusses. In der vergangenen Legislatur saß sie dem Ausschuss für Arbeit und Soziales vor. Sie ist Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und Vizepräsidentin des Arbeiter-Samariter-Bundes NRW.

Sabine Weiss (CDU) wird Staatssekretärin im Gesundheitsministerium. Die 59-Jährige ist seit 2009 Mitglied des Bundestags und seit 2014 stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union. Davor war die Rechtsanwältin zehn Jahre lang Bürgermeisterin von Dinslaken. Sie war Mitglied im Petitionsausschuss.

142 Abgeordnete aus NRW

142 Abgeordnete aus NRW sitzen im aktuellen Bundestag: 42 von der CDU, 41 von der SPD, 20 von der FDP, 15 von der AfD und je 12 von den Linken und Grünen. Auch der prominenteste unter den "einfachen" Abgeordneten stammt aus NRW: Der Ex-SPD-Vorsitzende und gescheiterte Kanzlerkandidat Martin Schulz sitzt erstmals im Bundestag. Er wurde über die NRW-Landesliste gewählt. In welchen Feldern er sich engagieren will, stand zunächst nicht fest.

Stand: 14.03.2018, 10:27