Bei Frauenanteil in NRW-Ministerien "noch viel Luft nach oben"

Ina Scharrenbach spricht auf einer Pressekonferenz

Bei Frauenanteil in NRW-Ministerien "noch viel Luft nach oben"

Die Landesregierung hat einen "Gleichstellungsatlas" für NRW vorgelegt. Er zeigt: In den NRW-Ministerien arbeiten zunehmend Frauen in Führungspositionen. Allerdings vor allem in unteren Ebenen.

Ein Landesregierung je zur Hälfte aus Frauen und Männern. Unter Rot-Grün war das bis 2017 Realität. Unter Schwarz-Gelb sieht das Verhältnis anders aus. Acht Männer, vier Frauen sitzen im Kabinett.

NRW-Gleichstellungministerin Ina Scharrenbach (CDU) würde das gerne ändern. Sie hat sich Montag anlässlich des Weltfrauentages dafür ausgesprochen, die kommende Landesregierung wieder ausgeglichen zu besetzen. Mehr Ministerien also mit einer Frau als Chefin

Wie es innerhalb der Ministerien und Behörden des Landes aussieht, dazu hat Ministerin Scharrenbach einen "Gleichstellungsatlas" vorgelegt. Demnach hat sich der Anteil von Frauen in den Ministerien, die eine Führungsposition haben, deutlich erhöht.

Anteil an Referatsleiterinnen hat sich etwa verdoppelt

Bei den Referatsleitungen lag er bei 41 Prozent. Das ist etwa so viel wie noch fünf Jahre davor. Auf der nächsten Stufe, der Gruppenleitung, lag der Frauenanteil bei 37 Prozent. Die Leitung einer ganzen Ministeriumsabteilung hatten dagegen nur in 24 Prozent der Fälle Frauen.

Da sei noch viel Luft nach oben, sagte Scharrenbach. Bis 2025 müssten die Führungspositionen in der Landesverwaltung paritätisch mit Frauen und Männern besetzt sein.

Zwei Drittel aller Schulen werden von Frauen geführt

Was andere Landesbehörden angeht, ist der Frauenanteil sehr verschieden. Unter den Richtern waren die Spitzenpositionen etwa 75 Prozent mit Frauen besetzt seien.

Unter den Schulleitungen waren 64 Prozent Frauen. Allerdings nur über alle Schulformen gesehen. Tatsächlich sind die Rekorinnen an Grundschulen fast ausschließlich Frauen, während an weiterführenden Schulen weiter männliche Rektoren dominieren. Bei der Polizei in NRW sind nur 20 Prozent der Führungskräfte Frauen.

Sehr ungleich verteilt sind die Geschlechter weiter in technischen Berufen, etwa in der IT. «Digitalisierung darf kein Rückschritt bei der Verwirklichung von Gleichberechtigung sein», sagte Ministerin Scharrenbach. Zukunftsberufe würden aber offenbar eher von Männern angenommen als von Frauen.

Daten aus 2017

Allerdings sind die Daten, aus denen der "Gleichstellungsatlas" erstellt wurde, relativ alt. Sie sind von 2017 und damit aus der Zeit, also die jetzige Landesregierung gerade erst an die Macht gekommen war. Die Regierungszeit von Schwarz-Geld in NRW ist also noch nicht berücksichtigt.

Stand: 08.03.2021, 17:17

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