Kobra-Alarm: Land will giftige Haustiere in NRW verbieten

Kobra (Archivbild)

Kobra-Alarm: Land will giftige Haustiere in NRW verbieten

Von Jule Zentek

  • Entwurf für Gifttiergesetz steht
  • Haltung nur unter strengen Auflagen erlaubt
  • Kauf für private Haltung soll strafbar werden

Nach dem Kobra-Alarm in Herne hat die Landesregierung nun ein neues Gifttiergesetz vorgelegt.

Am Dienstag (26.11.2019) hat das Kabinett einen entsprechenden Gesetzesentwurf verabschiedet. Das Verbot soll für bestimmte Arten von Giftschlangen, Skorpionen und Webspinnen gelten, deren giftige Bisse oder Stiche für den Menschen gefährlich bis tödlich sein können.

Verschärfte Auflagen für Haltung

Solche Tiere gehören „grundsätzlich nicht in private Hände“, erklärte NRW-Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Heinen-Esser. Laut Gesetzentwurf soll künftig das Land die Kosten für die Durchführung des Gesetzes, sowie die Organisation von Transport und Unterbringung der Gifttiere übernehmen. Die Zuständigkeit soll beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) liegen.

Bisher genügte es, wenn Käufer und Halter volljährig waren. Der Entwurf sieht nun verschärfte Auflagen für Halter vor. Wer nach Inkrafttreten des Gesetzes noch derartige Tiere halten will, muss das bei der zuständigen Behörde anzeigen. Außerdem muss die Zuverlässigkeit der Haltung nachgewiesen werden und eine abgeschlossene Haftpflichtversicherung vorliegen. Dadurch sollen nicht mehr die Kommunen auf den Kosten für teure Such- und Evakuierungsaktionen sitzen bleiben, wie zuletzt in Herne. Die mehrtägige Suche hatte 10.000 Euro gekostet.

Gefahr durch Giftschlangen Westpol 08.09.2019 UT DGS Verfügbar bis 08.09.2020 WDR

Neuanschaffung soll strafbar werden

Der Neuerwerb solcher Tiere ist für Privatleute künftig verboten und sogar strafbar. Allerdings bleibt die Haltung in Zoos, Hochschulen und Einrichtungen mit behördlicher Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz weiterhin erlaubt sein. Dazu gehört auch der gewerbliche Tierhandel.

Stand: 26.11.2019, 17:16

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Nosterdamus 28.11.2019, 04:27 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)

  • 5 Achim 27.11.2019, 18:43 Uhr

    Grundsätzlich kann ich diese Auflagen nur begrüssen. Cobras, Mambas oder Klapperschlangen haben in deutschen privat Haushalten nix zu suchen. Das gilt aber auch für andere exotische Tiere, wie Würgeschlangen, Krokodile, Echsen jeglicher Art oder auch Fröschen und Schildkröten, welche nicht in Mitteleuropa heimisch sind. Damit wird weiter gegen den Artenschutz verstossen. Die kann man ja irgendwo im Internet kaufen und kann nur hoffen, dass der Zoll diese Importware erkennt. Wenn sie nicht schon tot sind, wenn sie hier in Deutschland ankommen. Für z.B. sogenannte Kampfhunde muß man sich hier in Deutschland einer Prüfung unterziehen für Exoten leider nicht. Die Kosten z.B. in Herne für die Suche sind 1:1 an den jeweilgen Besitzer umzulegen, auch wenn er das gerade nicht bezehlen kann. Dann muss halt die Privatinsolvenz her. Anders lernen diese Leute das nicht.

  • 4 Rumpelstilzchen 27.11.2019, 15:09 Uhr

    Endlich, endlich, endlich und warum nicht schon lange? Immer und immer wieder werden horrende Summen von den Kommunen ausgegeben für Viechersucherei, die in Wohungen nichts zu suchen haben und Leute müssen Tagelang aus Ihren Wohnungen. Und wie oft konnte der Besitzer das nicht bezahlen?!! Richtig, daß endlich gehandelt wird, aber warum braucht man Jahre oder Jahrzehnte, bis das Richtige getan wird?! Da kann man eigentlich nur den Kopf schütteln.

  • 3 Tom S. 27.11.2019, 12:58 Uhr

    Ich bin gegen ein Verbot, mit der „Haltung nur unter strengen Auflagen“ bin ich einverstanden. Besonders eine Haftpflichtversicherung ist dringend erforderlich denn solche Geschichten können richtig teuer werden. Warum man jetzt unbedingt ein giftiges Tier haben muss ist mir jetzt auch nicht so einleuchtend aber die Geschmäcker sind verschieden. Eine giftige Pflanze habe ich, die Dieffenbachia hat ganz nett ausgesehen. Bei Berührung reicht aber Hände waschen was beim Biss einer Kobra nicht unbedingt die Lösung bringt.

  • 2 Armer Bürger 27.11.2019, 12:05 Uhr

    Kaum eine Tierhaltung ist artgerecht, am besten also alles verbieten. Wenn die Politik das so sagt, wird es wohl richtig sein. Armes Deutschland....

    Antworten (1)
    • Rumpelstilzchen 27.11.2019, 15:13 Uhr

      Sorry aber das ist ja nun wirklich quatsch oder Äpfel mit Birnen vergleichen. Wo gefährden bitte Hund, Katze, Vogel, Kaninchen, Meerschweinchen....andere Leute, wenn Sie entfleuchen? Und komm mir nicht mit Kampfhund, dies ist der Mensch schuld nicht der Hund!

  • 1 Antonietta 27.11.2019, 11:42 Uhr

    - Verbot der Wildtierhaltung in Privathaushalten und damit verbunden das Verbot von "Exotenbörsen" - Verkaufsverbot von Tieren im Zoohandel - Haltungsverordnung für alle „Haustiere“