Soziologe: Vorhandene Arbeit gerecht verteilen

Professor Gerhard Bosch (Archivaufnahme)

Soziologe: Vorhandene Arbeit gerecht verteilen

Von Sabine Tenta

  • Erwerbsarbeit nimmt zu, trotz Digitalisierung
  • Arbeitssoziologe Bosch fordert gerechte Verteilung der Arbeit
  • Verlierer der Digitalisierung müssten aufgefangen werden

Der aktuelle Arbeitskampf in der Metall-Industrie dreht sich um mehr Geld und mehr Freizeit zur Betreuung von Kindern und Pflege von Angehörigen. Das Ziel: eine bessere Work-Life-Balance.

Für Gerhard Bosch, Arbeitssoziologe der Uni Duisburg-Essen, geht der Trend in der Arbeitswelt klar hin zu mehr Flexibilität. Das sagte er am Donnerstag (11.01.2018) im WDR.

Zunahme der Erwerbsarbeit

Auch wenn durch die Digitalisierung Arbeitsplätze verloren gingen, so gebe es zurzeit dennoch eine starke Zunahme der Erwerbsarbeit. Das liege daran, dass im Gegensatz zu früher viel mehr Frauen erwerbstätig seien und das Rentenalter heraufgesetzt wurde.

"Ich sehe nicht das Verschwinden der Arbeit, sondern eher eine Neugestaltung." Neben der Umweltfrage sei die große Frage der Zukunft die Ungleichheit in der Gesellschaft. Darum fordert der Soziologe, "die Tarifbindung zu erhöhen".

Das garantiere, dass Menschen gemäß ihrer Qualifikation bezahlt würden, "dann bekommen sie für unsoziale Arbeitszeiten in der Nacht, am Wochenende Zuschläge", so Bosch.

Die Verlierer auffangen

Die Digitalisierung bedeute "eine gewaltige Umstrukturierung". Sei Jahrzehnten sei zu beobachten, dass Jobs in der Industrie verschwinden und im Dienstleistungssektor aufgebaut werden.

"Da haben wir auch Verlierer", stellt der Wissenschaftler fest. Wichtig sei, ihnen Übergänge in andere Jobs zu ermöglichen. "Es ist ja wirklich Besorgnis erregend, wie sehr die Verlierer inzwischen in die rechtspopulistische Ecke gehen."

Wie werden wir in Zukunft arbeiten?

WDR 5 Westblick - aktuell | 11.01.2018 | 06:35 Min.

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Stand: 11.01.2018, 16:44