Gebauer will schnell wieder Regelbetrieb an Schulen

Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen

Gebauer will schnell wieder Regelbetrieb an Schulen

Von Rainer Striewski

  • NRW-Schulministerin Gebauer zieht positive Bilanz
  • Landesregierung will schnell wieder "in den Regelbetrieb"
  • Ältere oder vorerkrankte Lehrkräfte nicht mehr prinzipiell ausgenommen

Trotz Prüfungen im Ausnahmezustand und Lernen auf Distanz zieht NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) eine positive Bilanz der vergangenen Schultage. Mittlerweile wären alle Schulen wieder "am Netz", sagte sich Gebauer auf einer Pressekonferenz am Freitag (15.05.2020). Nun müsse das Ziel sein, "so schnell wie möglich in einen geregelten Schulbetrieb zurückzukehren." Allerdings gäbe es auch einen Plan B, wenn sich das Infektionsgeschehen anders entwickele.

Hygienestandards gut angenommen

Damit es nicht so weit kommt, hatte das Ministeriums Hygienestandards für die Schulen definiert. Und auch die wären gut aufgenommen worden, betonte Gebauer. Über 90 Prozent der Schulen hätten sich bei der jüngsten Abfrage am 13. Mai damit zufrieden gezeigt. Ende April wären es noch 76 Prozent gewesen.

Positive Bilanz bei Schulöffnungen

WDR 5 Westblick - aktuell 15.05.2020 05:00 Min. Verfügbar bis 15.05.2021 WDR 5 Von Wolfgang Otto

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Risikogruppen in den Unterricht

Nicht ganz so positiv war die Rückmeldung einiger Lehrerinnen und Lehrer auf die jüngste Weisung des Ministeriums, dass auch Lehrkräfte über 60 Jahre beziehungsweise mit Vorerkrankungen wieder in die Schulen müssen, um etwa mündliche Prüfungen abzunehmen. Diese Gruppe soll nun nicht länger grundsätzlich vom Präsenzunterricht ausgenommen werden, erklärte Gebauer.

Neue Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sähen keine grundsätzlichen Einsatzbeschränkungen für bestimmte Altersgruppen oder Vorerkrankungen vor. Man werde nun zügig Gespräche mit den Beteiligten führen, so die Ministerin. Knapp 30 Prozent der 200.000 Lehrkräfte sind laut Gebauer derzeit nicht im Präsenzunterricht.

Notbetreuung immer mehr gefragt

Dafür nehmen aber immer mehr Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 auch die Möglichkeit der Notbetreuung in Anspruch. Vor allem an den Grundschulen ist der Anteil laut Schulministerium mit 6,5 Prozent am höchsten.

Gebauer kündigte zudem an, NRW werde aus dem Soforthilfepaket des Bundes, das digitale Endgeräte für benachteiligte Kinder bezuschussen soll, 105 Millionen Euro erhalten. Die damit beschafften Geräte sollen den Schulen als "digitale Klassensätze" zur Verfügung stehen.

Stand: 15.05.2020, 17:43