Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof am Alexanderplatz in Berlin (01.11.2022)

Galeria-Schließungen: NRW-Landesregierung setzt auf Investoren

Stand: 30.03.2023, 15:32 Uhr

Können die Galeria-Kaufhäuser in NRW gerettet werden? Zumindest könnte es für viele neue Investoren geben - Hoffnung darauf machte Kommunalministerin Ina Scharrenbach heute im Landtag.

Von Wolfgang Otto

Kommunalministerin Scharrenbach hat sich im Landtag zuversichtlich geäußert, dass für viele der 15 von Schließung bedrohten Galeria-Kaufhäuser in NRW eine Anschlussnutzung gefunden wird. "Das zeichnet sich ab“, sagte Scharrenbach. Bei dem "weitaus überwiegenden Anteil“ werde es eine Nachnutzung durch einen neuen Investor geben.

Das sei das Beste, was einer Einzelhandels-Großimmobilie in der Innenstadt passieren könne. Für die von Entlassung bedrohten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werde sich damit womöglich "nach der Schließung der einen Tür gleich wieder eine neue Tür öffnen.“  Konkrete Standorte und Namen von Investoren nannte Scharrenbach nicht. Sie berichtete aber, dass ein Interessent das Personal aufstocken statt abbauen wolle.

Scharrenbach sagt nicht im Untersuchungsausschuss aus

Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Kommunales

Einzelheiten werde die Öffentlichkeit "sehr zeitnah Standort für Standort“ erfahren. Bis Ende April laufe das Insolvenzverfahren. Welche Anschlussmietverträge geschlossen wurden, könne erst kommuniziert werden, wenn die Kündigungen für die jeweiligen Galeria-Filialen vorliegen.

In der heutigen Landtagsdebatte hatte die SPD-Fraktion den schnellen Einstieg des Landes in eine geplante Transfergesellschaft für die bei Galeria von Entlassung bedrohten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gefordert. Dazu bedürfe es keiner Aufforderung, entgegnete die Kommunalministerin. Scharrenbach verwies darauf, dass der künftige Träger der Transfergesellschaft einen Antrag auf Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds stellen könne. Dann prüfe ihr Ministerium diesen Antrag darauf hin, ob die Voraussetzung für eine solche Förderung vorlägen. Das sei das normale Verfahren.

Die FDP im Landtag sprach sich gegen den Aufbau einer Transfergesellschaft für die Galeria-Beschäftigen aus. Die Erfolge der ersten Galeria-Transfergesellschaft 2020 seien "überschaubar“ gewesen. Deshalb hält die liberale Landtagsabgeordnete Angela Freimuth eine solche Extra-Gesellschaft zur Qualifizierung und Vermittlung entlassener Galeria-Beschäftigter für verzichtbar. Die örtlichen Bundesagenturen für Arbeit seien in der Lage, passgenaue Lösungen zu entwickeln.  

Landtag debattiert über Galeria-Zukunft

WDR 5 Westblick - aktuell 30.03.2023 03:57 Min. Verfügbar bis 29.03.2024 WDR 5 Von Wolfgang Otto


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