Verbindungen zur AfD? Kritik an rechter Jugendseite

Roger Beckamp von der AfD

Verbindungen zur AfD? Kritik an rechter Jugendseite

Von Christoph Ullrich

  • Rechtes Netzportal "Fritzfeed" steht in der Kritik
  • Querverbindungen zu Identiärer Bewegung und AfD-Landtagsfrakion?
  • Landtagsfraktionen fordern Aufklärung von der AfD

Auf Fritzfeed werden Zitate von US-Präsident Donald Trump präsentiert, nach denen "Du dir wünschst, er wäre Bundeskanzler". Islam und Feminismus werden zu fast jeder Gelegenheit diskreditiert, eigentlich wie alles, was aus Sicht der Macher "Links" ist.

Fritzfeed ist angelehnt an junge Portale

Angelehnt ist die Seite an Portale wie "Buzzfeed", die politische Inhalte an junge Menschen vermitteln soll. Nach Recherchen des Spiegel-Magazins "bento" und "netzpolitik.org" sollen die Macher eine Nähe zur sogenannten Identitären Bewegung haben, die vom Verfassungschutz beobachtet wird.

Aber auch zur AfD-Landtagsfraktion gibt es Verbindungen. Der Landtagsabgeordnete Roger Beckamp bestätigt auf WDR-Anfrage, die Seite als Anwalt juristisch zu betreuen. Er sei aber darüber hinaus nicht "daran beteiligt oder auf sonstige Weise involviert", schreibt Beckamp.

Spuren führen auch in die AfD-Fraktion

Startseite des Portals fritzfeed

Die Internetseite - Quelle: fritzfeed.de

Auch ein Mitarbeiter der Landtagsfraktion soll als Autor für die Seite vorgesehen gewesen sein, berichten "Bento" und "netzpolitik.org". Nachfragen des WDR lies Beckamp allerdings unbeantwortet.

Bei den anderen Landtagsfraktionen herrscht wegen dieser Verbindungen zu "fritzfeed" Empörung. SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty sagte dem WDR, hier werde "auf eine rechte Öffentlichkeitsarbeit gesetzt, die Klamauk verbreitet, um Frauen, Andersgläubige und politische Gegner verächtlich zu machen."

Kritik von Landtagsfraktionen

Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Verena Schäffer, sagte, dass die Seite erneut die engen Verbindungen zwischen der AfD und der rechtsextremistischen Identitären Bewegung belegten. Dass sei " nicht verwunderlich, da bereits mehrere AfD-Mitarbeiter mit Bezug zur Identitären Bewegung bekannt geworden sind", so Scheffer.

CDU-Fraktionschef Bodo Löttgen forderte, dass sich die zuständigen Gremien des Landtags wegen der Verbindungen zur AfD-Fraktion mit "Fritzfeed" beschäftigen müssten. Löttgen und Kutschaty verwiesen zudem auf ein rassistisches Malbuch, das die Landtags-AfD veröffentlich hatte und damit bundesweit Aufsehen erregt hatte.

AfD-Fraktionschef teilt Fritzfeed-Beiträge

Die AfD hatte sich jedoch für das Buch entschuldigt. Im Falle der Seite "Fritzfeed" scheint das eher unwahrscheinlich zu sein. Fraktionschef Markus Wagner hat bereits mehrfach Inhalte der Seite auf seinem Facebookprofil geteilt.

Darin sehe Wagner auch kein Problem, teilt er mit. Schriftlich erklärte er, dass er Texte, denen er inhaltlich zustimmen könne, auch teile, "unabhängig seines Verfassers", so Wagner.

Stand: 14.04.2020, 15:12

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