Freiwilliges Ärzteregister für Corona-Notlagen ist gestartet

Zwei Ärzte mit Schutzausrüstung stehen am Bett eines Krankenhauspatienten. Einer beatmet ihn, der andere bereitet ein Präparat vor.

Freiwilliges Ärzteregister für Corona-Notlagen ist gestartet

  • Gesundheitspersonal kann sich freiwillig melden
  • Ärztekammer warnt vor neuen "Lagen"
  • Heftiger Streit um Zwangsverpflichtung

Das Freiwilligenregister für Ärzte und Pflegepersonal in Nordrhein-Westfalen startet am Montag (13.07.2020), nachdem vor drei Monaten das umstrittene Epidemie-Gesetz verabschiedet wurde. Dafür können sich Fachkräfte aus allen Gesundheitsberufen melden.

Sprich: Ärzte, Pfleger, medizinische Fachangestellte und auch Verwaltungskräfte aus dem Gesundheitswesen. Die Freiwilligen sollen außer ihren persönlichen Daten auch besondere Qualifikationen hinterlegen. Das Freiwilligenregister führt die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe.

Laumann lobt, Ärztekammer warnt vor neuen "Lagen"

Das Register helfe bei der Bekämpfung künftiger Corona-Ausbrüche, so NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Laumann appellierte dafür, sich zu registrieren, um "die bestehenden Strukturen zu stärken und zusätzliche Versorgungsstrukturen zu schaffen."

Das Register werde Rudolf Henke, dem Präsident der Ärztekammer Nordrhein, zufolge immer noch benötigt. Henke warnt vor neuen "Lagen" in den kommenden Monaten, in denen man "vor Ort von jetzt auf gleich Unterstützung von freiwilligen medizinischen und pflegerischen Fachkräften" brauche.

Heftiger Streit um Zwangsverpflichtung

Das Register hat eine umstrittene Vorgeschichte: Noch im April, auf dem vorläufigen Höhepunkt der Corona-Pandemie in NRW, wollte die Landesregierung in ihrem Epidemiegesetz Ärzte und Pflegepersonal sogar zwangsrekrutieren. Nach heftigen Protesten hatte die Landesregierung diesen Passus gestrichen. An dessen Stelle tritt nun das Freiwilligenregister.

NRW Epidemiegesetz angenommen

WDR 5 Westblick - aktuell 14.04.2020 04:44 Min. Verfügbar bis 14.04.2021 WDR 5

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Mit der Registrierung beim Freiwilligenregister ist keine Verpflichtung verbunden, sie erklärt nur die grundsätzliche Bereitschaft. Kommt es zum Pandemie-Notfall, werden die Freiwilligen dann von den örtlichen Krisenstäben angesprochen.

Epidemie-Gesetz: Verfassungsbruch in der Krise? Westpol 05.04.2020 UT DGS Verfügbar bis 05.04.2021 WDR

Stand: 13.07.2020, 15:40

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