Landesregierung lenkt ein im Streit um Frauenhaus-Finanzierung

Frau im Frauenhaus

Landesregierung lenkt ein im Streit um Frauenhaus-Finanzierung

  • Ministerin will Frauenhäuser stärker fördern
  • Geringere Begrenzung der Aufenthaltsdauer
  • Verbilligte Baudarlehen für neue Einrichtungen

NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU) ist im Streit um die Finanzierung der 62 Frauenhäuser in Nordrhein-Westfalen auf die Einrichtungen zugegangen. In der neuen Zielvereinbarung, die dem WDR-Magazin Westpol vorliegt, hat die Landesregierung eine Begrenzung der Aufenthaltsdauer abgeschwächt.

Die Bewohnerinnen sollen in Zukunft schneller in andere Einrichtungen weitervermittelt werden. Doch die Zielvereinbarung beschränke "nicht die Aufenthaltsdauer einer Frauenhausbewohnerin im Einzelfall", heißt es in dem Papier. Das Ziel bleibe aber, die Langzeitaufenthalte bis Ende 2020 mit zusätzlichen Anschlusshilfen um 20 Prozent zu reduzieren, wie das Magazin Westpol am Sonntag (16.09.2018) berichtet.

Neue Plätze bis 2022

Gleichstellungsministerin Scharrenbach will in bestehenden Frauenhäusern insgesamt 50 neue Plätze bis 2022 schaffen. Auch der Bau neuer Einrichtungen wird laut der neuen Zielvereinbarung künftig gefördert – unter anderem mit verbilligten Baudarlehen.

Noch haben die Frauenhaus-Träger dem Vorschlag der Landesregierung nicht zugestimmt. Erst dann sollen die Gelder fließen. Auch danach dürften viele Frauen weiter in Not bleiben: Mit den Neuerungen fehlen weiterhin Frauenhaus-Plätze - laut der Istanbul-Konvention des Europarats rund 1.000 allein in Nordrhein-Westfalen. 

Stand: 16.09.2018, 06:30