Die Fluthilfe muss jetzt schnell vor Ort ankommen!

Herabgestürzte Teile eingestürzter Häuser  begraben in Blessem ein schwarzes Auto unter sich.

Die Fluthilfe muss jetzt schnell vor Ort ankommen!

Von Wolfgang Otto

"Unbürokratische Hilfe" hat die Landesregierung den Opfern der Flutkatastrophe versprochen. Doch vieles spricht dafür, dass es dauern könnte, bis das Geld fließt. Ein Kommentar.

Schnelle und unbürokratische Hilfe hat Ministerpräsident Armin Laschet den von der Hochwasser-Katastrophe betroffenen Menschen versprochen. Den guten Willen, dieses Versprechen einzuhalten, kann man ihm nicht absprechen. Und dennoch: Ich befürchte, er wird es nicht halten können.

Ja, dafür, dass so viele Parteien auf unterschiedlichen politischen Ebenen zusammenwirken mussten, ist die Fluthilfe wirklich extrem schnell an den Start gebracht worden. Auch die Förderrichtlinien in NRW können sich sehen lassen.

Bis das Geld fließt, wird es Monate dauern

Aber schnell und unbürokratisch geht für sehr viele Betroffene trotzdem nichts. Belege müssen beigebracht werden, Gutachter und Handwerker gefunden werden. Das stellt die Menschen in den Katastrophengebieten derzeit nicht selten vor unlösbare Probleme.

Es gibt bange Fragen: Wie soll das alles noch klappen bevor es kalt wird im Herbst und Winter? Und woher soll das Geld kommen für die jetzt nötigen Bauarbeiten, wenn es Monate dauert bis die Förderbeträge schlussendlich auf den Konten landen. Ja, es gibt günstige Überbrückungskredite, aber auch die werden nicht per Handschlag vergeben.

Bau- und Bürgerämter müssen unterstützt werden

Dazu kommt: Ein immenser Beratungsbedarf trifft auf eine weitgehend ausgezehrte Verwaltung in den überschwemmten Städten und Gemeinden. Noch ist die Corona-Krise nicht vorbei, da überrollt schon die nächste Mammut-Aufgabe die Rathäuser. Ob die wackeren Kämpfer auf der untersten Verwaltungsebene das stemmen können, ist fraglich. Ziemlich sicher ist dagegen: Bei manchen Betroffenen wird es Wut und Verzweiflung geben.

Die Landesregierung sollte deshalb weniger Werbebotschaften ins Land senden, als vielmehr konkrete Hilfsangebote: Alle Kraft muss jetzt nach unten gerichtet werden. In die Bau- und Bürgerämter. Vor Ort entscheidet sich, ob am Ende wirklich allen geholfen wird.

Stand: 17.09.2021, 16:26