Langjähriger Kölner Airport-Chef Garvens geht

Langjähriger Kölner Airport-Chef Garvens geht

  • Umstrittener Geschäftsführer des Köln/Bonner Flughafens geht
  • Trennung erfolgte einvernehmlich
  • Vorwürfe: Untreue und Verschwendung von Gesellschaftsvermögen

Der langjährige Kölner Flughafen-Chef Michael Garvens verlässt jetzt doch das Unternehmen. Der Manager und der Aufsichtsrat hätten sich in beiderseitigem Einvernehmen darauf verständigt, künftig getrennte Wege zu gehen, teilte Garvens' Anwalt am Freitagabend (15.12.2017) mit. Garvens' Vertrag läuft eigentlich noch bis 2021.

Schaden von Flughafen abwenden

Der Manager habe nach 16 Jahren als Geschäftsführer der Flughafen Köln/Bonn GmbH "aus eigener Entscheidung heraus die Konsequenzen aus einer unerträglichen Diskussion über angebliche Verfehlungen gezogen", erklärte sein Anwalt. Damit wolle Garvens Schaden vom Flughafen und Belastungen für seine Familie und sich abwenden.

Laut einer Mitteilung des Airport-Aufsichtsrates erfolgt die Trennung zum 31. Dezember 2017. Grundlage sei eine Aufhebungsvereinbarung, die die wechselseitigen Interessen berücksichtige, teilte das Kontrollgremium nach einer mehrstündigen Sitzung in Köln mit.

Garvens bestreitet Vorwürfe

Laut einem Untersuchungsbericht, den der Aufsichtsrat des Flughafens in Auftrag gegeben hatte, hätten Garvens Entscheidungen dem zweitgrößten Flughafen NRWs geschadet und wirtschaftliche Nachteile gebracht. Garvens Anwalt sagte, der Bericht basiere auf falschen Behauptungen und vagen Unterstellungen. Verstöße seien unter keinen rechtlichen Gesichtspunkten begründbar.

Hintergrund: Fünf Vorwürfe gegen Garvens gab es

Konkret werden im Bericht fünf Vorgänge untersucht. Erstens wird Garvens vorgeworfen, Mitarbeiter angehalten zu haben, die Beauftragung eines Wirtschaftsprüfers manipuliert zu haben. Zweitens besteht der Verdacht, dass vom Flughafen Geld an ein Frachtunternehmen geflossen ist - ohne Gegenleistung.

Außerdem soll Garvens ein Flugzeug eines Luftfahrtunternehmens zu sehr günstigen Konditionen für Privatflüge genutzt haben. Das betreffende Unternehmen habe Nachlässe bei Parkgebühren erhalten. Beim offenbar mangelhaften Brandschutz am Flughafen - der vierte Fall - können die Prüfer nicht sagen, ob Garvens seine Pflichten verletzt hat.

Ihm war vorgeworfen worden, Sanierungsmaßnahmen aus Kostengründen verschleppt zu haben. Der fünfte Vorwurf bezieht sich auf Garvens' Umgang mit Mitarbeitern. In seiner Amtszeit seien dem Bericht zufolge 49 Mitarbeiter teils jahrelang freigestellt worden - bei vollen Bezügen.

Stand: 14.12.2017, 17:33