Lindner ist Spitzenkandidat der NRW-FDP bei Bundestagswahl

Christian Lindner (Bundesvorsitzender der FDP) bei der Landeswahlversammlung der FDP NRW

Lindner ist Spitzenkandidat der NRW-FDP bei Bundestagswahl

Von Martin Teigeler

Die FDP in NRW hat ihre Landesliste für die Bundestagswahl aufgestellt - mit Christian Lindner an der Spitze. Eine Präsenz-Veranstaltung, die die Liberalen auch als Vorbild verstanden wissen wollen.

Eine politisches Statement in der Pandemie: Die nordrhein-westfälische FDP hat am Sonntag unter strengen Hygiene-Auflagen auf einer Landeswahlversammlung ihre Landesliste für die Bundestagswahl am 26. September gewählt. Die Delegierten in Dortmund wurden zuvor auf Corona getestet.

Die Teilnehmer kamen also erst nach einem negativen Corona-Testergebnis in die Halle. "Unser aktueller Stand ist, dass es glücklicherweise keine positiven Testergebnisse gab", sagte ein FDP-Sprecher auf WDR-Anfrage. Zudem galten Abstands- und Hygieneregeln. Allerdings erschienen nicht alle der 400 abstimmungsberechtigten Delegierten persönlich, einige übertrugen ihre Stimmrechte an Parteikollegen.

Stamp verteidigt Präsenz-Veranstaltung

FDP-Landesvorsitzender Joachim Stamp auf der FDP-Landeswahlversammlung in Dortmund

"Demokratie muss stattfinden", verteidigte der FDP-Landesvorsitzende Joachim Stamp die Präsenz-Veranstaltung. FDP-Bundeschef Christian Lindner, der mit 96,9 Prozent erneut auf Platz 1 der Landesliste gewählt wurde, betonte, er freue sich, seine Parteifreunde wieder persönlich zu treffen. Er bezeichnete den FDP-Termin als "Beispiel" wie die gesamtstaatliche Krisenstrategie weiterentwickelt werden solle. Schnelltests müssten viel öfter eingesetzt werden.

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Auf die weiteren vorderen Listenplätze hinter Lindner wählten die Liberalen: 2. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (87,1 Prozent), 3. Alexander Graf Lambsdorff (90,5 Prozent), 4. Marco Buschmann (84,9 Prozent), 5. Johannes Vogel (83,3 Prozent), 6. Bijan Djir-Sarai (84,2 Prozent). Gegenkandidaturen gab es bei diesen Listenplätzen nicht. Gewählt werden sollten am Sonntag etwa 50 Kandidaten.

Kritik an der Bundesregierung

Neben mehr Schnell- und Selbsttests forderte Parteichef Lindner in seiner Rede mehr Tempo bei den Impfungen. Auch NRW-Familienminister und Vize-Ministerpräsident Stamp kritisierte, die Bundesregierung sei "erschreckend schwach", zum Beispiel beim Tempo der Wirtschaftshilfen. Dies zermürbe die Akzeptanz der Bevölkerung.

Mit Blick auf die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen am Montag sagte Lindner, man könne den Kampf gegen Corona nicht nur an Inzidenzwerten festmachen.

Stamp wollte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) offenbar nicht die Verhandlungen mit öffentlichen Vorfestlegungen erschweren. Stamp betonte jedoch, es gehe in Handel und Gastronomie um die "nackte Existenz". Neben dem Ziel, einen dramatischen Anstieg der Covid-Fälle zu verhindern, müsse man auch an die Bildung und Betreuung von Kindern denken.

FDP: Vorhaben der Grünen "geradezu naiv"

WDR 5 Morgenecho - Interview 20.03.2021 06:26 Min. Verfügbar bis 20.03.2022 WDR 5


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In ihren Reden machten die Freidemokraten keinen Hehl daraus, dass sie im Bund wieder mitregieren wollen. Laut Umfragen zur Bundestagswahl liegt die FDP derzeit zwischen 7 und 10 Prozent. Nach der letzten Wahl 2017 waren Sondierungsgespräche im Bund zwischen Union, Grünen und FDP gescheitert. In NRW regiert die FDP seit vier Jahren mit der CDU.

Der Autor dieses Berichts hat die Versammlung vom Homeoffice aus im Livestream verfolgt.

Stand: 21.03.2021, 16:07

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