Minister: Kitas erst mit Impfstoff im Normalbetrieb

Die Garderobe in einer Kita und eine Tafel mit der Aufschrift "Geschlossen"

Minister: Kitas erst mit Impfstoff im Normalbetrieb

Von Daniela Junghans

  • Familienminister sieht Kitas erst mit Impfstoff im Normalbetrieb
  • Neues Vier-Phasen-Modell zur Öffnung der Kitas
  • langsame Ausweitung vorgesehen

Seit Wochen sind Kitas und bei Tageselter in NRW im Notbetreuungs-Modus. Nur Kinder, deren Eltern besonders wichtige Jobs haben oder alleinerziehend und berufstätig sind, dürfen kommen. Das wird im Grundsatz noch länger so bleiben, auch wenn die Familienminister der Länder jetzt ein Konzept für eine schrittweise Ausweitung der Betreuung vorgelegt haben.

Echter Regelbetrieb erst mit Impfstoff

Der in NRW zuständige Minister Joachim Stamp (FDP) geht davon aus, dass es "einen echten Regelbetrieb, so wie wir ihn von vor der Krise kennen", erst geben werde, "wenn wir den Impfstoff haben". Einen eingeschränkten Regelbetrieb aber wolle er "nach den Sommerferien erreicht haben", sagte Stamp am Mittwoch (29.04.2020) dem WDR.

Das jetzt vorgestellte Konzept der Familienminister schlägt einen Ablauf für die Rückkehr vor, allerdings muss das Papier noch von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten abgesegnet werden.

Wie genau soll die Öffnung der Kitas ablaufen?

Die Familienminister haben vier Stufen definiert: eingeschränkte Notbetreuung, erweiterte Notbetreuung, eingeschränkter Regelbetrieb und vollständiger Regelbetrieb. Wann genau welche Phase beginnen soll, steht noch nicht fest. Dies müssen die Bundesländer selbst entscheiden, je nach Entwicklung der Infektionszahlen. In NRW ist die Notbetreuung bereits mehrfach ausgeweitet worden. Wir sind also bereits in der zweiten Stufe.

Welche Familien sollen zuerst berücksichtigt werden?

Eltern, die in besonders wichtigen, systemrelevanten Berufen arbeiten, dürfen ihre Kinder schon jetzt in die Notbetreuung geben. Dazu kommen berufstätige Alleinerziehende, auch das gilt in NRW bereits. Das Papier der Länder sieht außerdem noch Eltern mit "körperlichen der sonstigen Beeinträchtigungen" vor. Das ist neu.

Hinzu kommen Kinder, die pädagogische oder Sprachförderung benötigen oder kurz vor dem Schulbeginn stehen. Und auch Kinder, die in besonders beengten Wohnverhältnissen leben, zum Beispiel ohne eigenes Zimmer, sollen bevorzugt zurück in die Kitas dürfen.

Welche Möglichkeiten haben Eltern, deren Kinder noch nicht zurück in Betreuung dürfen?

Sie sollen die Kinder weiter zuhause betreuen. Dabei, meinen die Länder, könne auch eine "von Familien selbständig organisierte Kinderbetreuung" eine Alternative sein. Wichtig sei dabei, dass immer nur die gleichen Kinder betreut werden und sich die Eltern untereinander abwechseln. Das heißt also, Eltern können sich wieder zusammentun und ihre Kinder gegenseitig mitbetreuen. Das war zwar bislang in NRW nicht ausdrücklich verboten, galt aber als nicht erwünscht.

Wird das in allen Bundesländern gleich geregelt?

Die generellen Stufen sollen identisch sein, nicht aber unbedingt der zeitliche Ablauf. Jedes Bundesland soll auf Basis des Infektionsgeschehens selbst entscheiden, wann es in die nächste Phase wechselt. Vorstellbar ist auch ein unterschiedliches Vorgehen einzelner Kommunen, wenn es lokal große Unterschiede bei den Infektionszahlen gibt.

Reguläre Kinderbetreuung: "Es wird noch Monate dauern"

WDR 5 Mittagsecho 29.04.2020 04:07 Min. Verfügbar bis 29.04.2021 WDR 5

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Stand: 29.04.2020, 16:28