Bergbaukonzern: Falsche Bergleute bei AfD-Eklat im Landtag

Bergbaukonzern: Falsche Bergleute bei AfD-Eklat im Landtag

  • Bergleute auf Einladung der AfD im Landtag
  • Räumung der Besuchertribüne nach lautstarkem Protest
  • Bergbaukonzern: "Einige waren nicht von uns"

Der Eklat um lautstark protestierende Bergleute im Düsseldorfer Landtag könnte eine überraschende Wende nehmen: Laut Bergbaukonzern RAG waren unter den rund 100 Männern auf der Besuchertribüne offenbar mehrere "falsche" Bergleute.

"Da waren einige dabei, die waren nicht von uns", sagte ein RAG-Sprecher am Samstag (13.07.2019). Offenbar seien dort Männer in "Bergmannsklamotten geschlüpft", so der Sprecher. Die "Westfälischen Nachrichten" hatten zuvor darüber berichtet.

Dem RAG-Sprecher zufolge hatte sich der Betriebsrat Videomaterial der Proteste im Landtag angeschaut und festgestellt, dass mehrere fremde Gesichter unter den Bergleuten zu sehen waren. Der Konzern will nach WDR-Informationen vom Montag (15.07.2019) jetzt prüfen, ob und wie er gegen die "falschen Bergleute" vorgehen kann.

Bergbaukonzern: Falsche Bergleute im Landtag

00:43 Min. Verfügbar bis 15.07.2020

Tumultartige Proteste

In dem Plenum war es am Mittwochabend (10.07.2019) während der Debatte eines Antrags der AfD zu dem lautstarken Protest der Bergleute gekommen. Es wurde laut gerufen, gepfiffen und gegen Scheiben getrommelt.

Landtagspräsident Kuper (CDU) unterbrach die Sitzung und ließ die Besuchertribüne schließlich räumen. Vorangegangen war ein AfD-Solidarantrag für 200 gekündigte Bergleute, die bislang noch nicht vermittelt wurden.

Laute Besucherreaktionen verboten

Auf den Besucherrängen des Landtags sind lautstarke Reaktionen – egal ob Beifall oder Buhrufe – untersagt. Die AfD hatte den Auftritt sorgfältig aus mehreren Kameraperspektiven gefilmt.

Für die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD, Sarah Philipp, eine reine Inszenierung: "Es ging darum, Bilder zu erzeugen. Es ging zu keinem Zeitpunkt um Jobs. Es ging einzig und allein darum, die Sorgen der Bergleute für die Zwecke der AfD zu nutzen."

Und auch Landtagspräsident André Kuper verurteilte die tumultartigen Proteste und machte in einer späteren Stellungnahme klar, dass die Zuschauerränge keine Bühne für politisches Theater seien. Kuper klärt nun, ob er wegen eines Verstoßes gegen die Hausordnung tätig wird.

Wer hat in der (NRW-)AfD eigentlich das Sagen?

WDR RheinBlick 12.07.2019 22:39 Min. Verfügbar bis 12.07.2020 WDR Online

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Stand: 15.07.2019, 07:46