Fall Lügde: SPD-Fraktion fordert Rücktritt von Innenminister Reul

Herbert Reul, 26.02.2019

Fall Lügde: SPD-Fraktion fordert Rücktritt von Innenminister Reul

  • NRW-SPD sieht neuen Höhepunkt im Polizeiskandal
  • Wolf nennt Minister "Sicherheitsrisiko"
  • Bei Abrissarbeiten waren weitere Datenträger gefunden worden

SPD-Fraktionsvize Sven Wolf sowie der SPD-Innenpolitiker Hartmut Ganzke warfen Reul am Samstag (13.04.2019) in einer schriftlichen Stellungnahme vor, bei der Aufklärung des Missbrauchsskandals gescheitert zu sein.

Bei Abrissarbeiten am mutmaßlichen Tatort des vielfachen Kindesmissbrauchs - einem Campingplatz in Lügde - waren am Donnerstag weitere Datenträger gefunden worden. Im doppelten, fest verbauten Holzboden des Wohnwagens des Hauptbeschuldigten hatten Arbeiter die Datenträger entdeckt. Das Abrissunternehmen übergab den Fund an die Polizei. Reul hatte tags darauf nicht ausgeschlossen, dass auch noch weitere Funde folgen könnten.

Wolf nennt Reul "Sicherheitsrisiko"

Wolf sprach von einem "weiteren unglaublichen Höhepunkt in diesem Polizeiskandal". Reul sei zum Sicherheitsrisiko geworden und müsse gehen.

Auf dem Campingplatz in Lügde soll ein 56-jähriger Dauercamper mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft.

In einem Wohnwagen hatten die Ermittler bei wiederholten Durchsuchungen Festplatten und andere Datenträger mit rund 3,3 Millionen Bildern und fast 86.300 Videos sichergestellt. 155 CDs und DVDs waren dann aus der Obhut der Polizei verschwunden, woraufhin die Staatsanwaltschaft Detmold ein Strafverfahren gegen unbekannt eingeleitet hatte.

Stand: 13.04.2019, 14:37