E-Sport: Ist das Sport oder kann das weg?

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E-Sport: Ist das Sport oder kann das weg?

  • Gesetzesänderung zum E-Sport in der Debatte
  • Sportverbände stellen sich dagegen
  • Vereine können Zögern nicht verstehen

Wer das Wort "Sport" hört, denkt an körperliche Anstrengung und verschwitzte Trikots. Doch seit einigen Jahren erfreuen sich sogenannte E-Sports, virtuelle Sportartensimulationen wie FIFA oder Computerspiele wie League of Legends, immer größerer Beliebtheit.

Überall auf der Welt gibt es inzwischen professionelle Spieler, die für hohe Ablösesummen von Vereinen eingekauft werden. Das Finale von League of Legends 2018 hatte über 200 Millionen Zuschauer - mehr als der Super Bowl oder das WM-Finale.

Tim "Latka" Schwartmann: eSportler machen mehr als nur daddeln

WDR 2 | 21.08.2018 | 03:09 Min.

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Kampf um Anerkennung

Drei Männer spielen FIFA.

E-Sport-Profis

Auch in Deutschland setzt sich der E-Sport Verband dafür ein, offiziell als Sportart anerkannt zu werden und findet in der Politik von Seiten der Grünen Unterstützung. Aber die Sportverbände stellen sich dagegen. Eine solche Anerkennung durch die Sportverbände und die Politik würde bedeuten, dass E-Sport gemeinnützig in Vereine integriert werden könnte.

Das hieße die effektive Vergütung von Trainern, nachvollziehbares Training und eine feste soziale Struktur, meint Hans Jagnow, Präsident des E-Sport-Bund Deutschland.

Sportbund NRW strikt dagegen

Jens Wortmann vom Landessportbund Nordrhein-Westfalen: "Wir nehmen wahr, dass Bewegungsmangel bei jungen Menschen zunimmt und da ist E-Sport vor allem eine sitzende Tätigkeit, wo ich lange Zeiten nur kleine feinmotorische Bewegungen habe. Und da finden wir eben nicht, dass das Sport, im Sinne wie wir ihn verstehen, ist."

Zwar hat der Deutsche Olympische Sportbund auf seiner Jahresversammlung am 1. Dezember 2018 beschlossen, sich für die gemeinnützige Anerkennung elektronischer Sportartensimulationen, also Spiele, die an reale Sportarten angelehnt sind, einzusetzen. Das schließt jedoch sämtliche Strategie- und Ballerspiele aus – aber genau diese Spiele ziehen die richtigen E-Sport-Fans an.

"Ähnlich wie Schach"

Vereine können das Zögern um die Entscheidung zu den Sportspielen nicht verstehen. Sie sehen vor allem diesen Teil des E-Sports als Möglichkeit wieder mehr Jugendliche für die Vereinszugehörigkeit zu begeistern.

Emre Salgin vom HSC Alswede im ostwestfälischen Lübbecke sieht kein Problem beim Zusammenbringen von Sport und Spielen: "Es ist ähnlich wie Schach. Schach ist auch kein besonderer körperlicher Anspruch, aber mental. Es wird ja auch als Sport anerkannt, deshalb bin ich der Meinung dass E-Sport auch als Sport anerkannt werden sollte."

Der Sportausschuss des Deutschen Bundestags hat eine Expertenanhörung für Anfang 2019 angesetzt. Danach wird über die nötige Gesetzesänderung abgestimmt, die es bräuchte, um E-Sport als gemeinnützig zu erklären.

Stand: 09.12.2018, 06:00