Batterieforschung in Münster soll 2022 starten

Isabel Pfeiffer-Poensgen und Andreas Pinkwart, geben im Landtag eine Pressekonferenz zur «Forschungsfertigung Batteriezelle»

Batterieforschung in Münster soll 2022 starten

Von Thomas Drescher

  • Planungen für Fabrikbau haben begonnen
  • 500 Millionen vom Bund, 200 Millionen vom Land
  • 150 Wissenschaftler für bessere und nachhaltigere Batterien

Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) strahlen an diesem kühlen Mittwochmorgen (30.10.2019) mit der Herbstsonne um die Wette, als sie die Freigabe der ersten 150 Millionen Euro für die "Forschungsfertigung Batteriezelle" in Münster verkünden. Für das Forschungsvorhaben mit dem sperrigen Namen, wahlweise auch "Batterieforschungsfabrik" genannt, soll fortan das griffige Kürzel FFB gelten. Und das, was die beiden Landesminister vor der versammelten Landespresse verkünden, ist so etwas wie der Startschuss für die FFB.

Kritiker niederlächeln

So kann man die demonstrativ gute Laune der beiden Minister auch als Versuch sehen, die Kritiker niederzulächeln, um nun endlich an die Arbeit zu gehen. 500 Millionen Euro steckt der Bund in "eines der wichtigsten und innovativsten Projekte der Verkehrs- und Energiewende", wie Pinkwart (FDP) bemerkt. 200 Millionen kommen aus der Landeskasse hinzu. Damit werden Grundstücke, Gebäude und die ganze Infrastruktur finanziert. Aus dem münsteraner Stadtsäckl kommen noch 7,5 Millionen oben drauf.

Doch die Sticheleien aus den südlichen Bundesländern gegen die Standortwahl Münster, vor allem aus Baden-Württemberg, hören noch immer nicht auf. Auch Bayern und Niedersachsen hatten sich um die Fabrik und mithin um die halbe Milliarde beworben.

Teilweise grenzüberschreitend

Die anhaltende Kritik am Standort Münster sei "für die beteiligten Wissenschaftler keine sehr angenehme Erfahrung" gewesen, so die parteilose Ministerin Pfeiffer-Poensgen. In Teilen sei das grenzüberschreitend gewesen. Jetzt sollten die Befindlichkeiten mal heruntergefahren werden, so Pfeiffer-Poensgen an die Adresse der Kritiker.

Der (fiese) Länder-Streit um die Batterieforschung

WDR RheinBlick 05.07.2019 26:19 Min. Verfügbar bis 05.07.2020 WDR Online

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Und Minister Pinkwart sekundiert: "Was hier geschieht ist nicht nur unfair, es schadet auch dem Gesamtvorhaben". Damit zielt er auf Rücktrittsforderungen gegen Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU), die aus dem nördlichen Münsterland stammt und auch ihren Wahlkreis dort hat. Den Rücktritts Karliczeks hatte die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann ins Gespräch gebracht. Wie Karliczek ist sie Mitglied der CDU.

Planungen haben begonnen

Während der politische Theaterdonner verhallt, haben die Planungen längst begonnen. Bis Februar 2022 soll die Forschungsfabrik stehen. 150 Wissenschaftler stellen sich dann der Herausforderung, den Rückstand auf Hersteller in Asien aufzuholen. Sie sollen in vielen Einzelprojekten aufzeigen, wie Batteriezellen in Deutschland und Europa künftig industriell gefertigt werden können - und auch recycelt. Konzerne wie Daimler Benz, Ford, Evonik und Remondis haben bereits ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit erklärt. Und auch ein japanischer Autobauer, der nichts für unmöglich hält: Toyota.

Stand: 30.10.2019, 16:45