Verbände fordern mehr Einsatz für Solarenergie

Düsseldorf - Heizkraftwerk Flingern, Photovoltaikanlage

Verbände fordern mehr Einsatz für Solarenergie

Von Christoph Ullrich

  • Zwei Verbände für Erneuerbare Energien fordern mehr Photovoltaik
  • NRW brauche ein sogenanntes "Solar-Info-Center"
  • Land nutzt die Potentiale für Sonnenenergie fast überhaupt nicht

Als die Landesregierung von CDU und FDP im Sommer 2017 die Regierungsgeschäfte übernahm, wollte man NRW wirtschaftlich entfesseln. Seitdem hat es bereits fünf sogenannter Entfesselungspakete gegeben. Mit kleineren und größeren Maßnahmen soll so der Wirtschaft das Leben einfacher gemacht werden.

Die Sonne entfesseln

Eine entscheidende Entfesselung aber fehlt - zumindest nach der Ansicht des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE) und der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS). Beide haben am Montag (03.02.2020) ihre Forderungen präsentiert, mit denen sie die Photovoltaik im Land besser voran bringen wollen.

Kostenlose Beratung im "Solar-Info-Center"

An erster Stelle steht dabei die Forderung nach einem "Solar-Info-Center". Dieses solle Privatpersonen und Organisationen zu allen Themen beraten. Denn, so LEE-Vorsitzender Reiner Priggen, es scheitere bei der Photovoltaik nicht am Preis. Eher wüssten viele Privatkunden nicht, welche Anlage sie für ihr Dach tatsächlich bräuchten. Nach dem Wegfall der Förderung für Photovoltaik lohne sich nur noch der Betrieb für den Eigenbedarf. Diesen zu berechnen sei jedoch schwer.

Das Center solle hier helfen und kostenfrei eine Beratung anbieten. DGS-Chef Peter Asmuth forderte außerdem, dass mehr Flächen für die Photovoltaik bereit gestellt werden müssten. "Mit einem Prozent der Ackerfläche in NRW könne man 25 Prozent der Stromerzeugung darstellen", nannte Asmuth als Beispiel.

Potenziale der Erneuerbaren Energien

WDR 5 Profit - aktuell 04.12.2019 04:39 Min. Verfügbar bis 03.12.2020 WDR 5

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Das Problem für die Sonnenenergie sind nach Ansicht der Verbände hauptsächlich bürokratische Hürden. Als Beispiel nannten Priggen und Asmuth den Deckel für die Solarenergie von 52 Gigawatt. Mehr Strom dürfen in Deutschland alle mittleren bis größeren Anlagen zusammengenommen nicht produzieren. Aktuell liegt die Photovoltaik bei etwas über 49 Gigawatt, also relativ nah an dem Deckel, der deshalb schnell von der Bundesregierung geöffnet werden müsse.

Bürokratische Hürden für Photovoltaik zu hoch

Priggen, früher einmal Fraktionschef der Grünen im Landtag, nannte aber noch weitere Hürden, die Potentiale der Sonnenenergie behindern. So beschrieb er Probleme für einen Supermarkt, wenn dieser sich eine Anlage auf das Dach bauen möchte. Sobald er zum Beispiel die Bäckerei eines anderen Anbieters unter seinem Dach habe, werde es schwierig. Dann werde man zum "Stromanbieter", mit allen rechtlichen Konsequenzen, so Priggen.

Die Verbände fordern daher von der Landesregierung sich mehr für den Ausbau einzusetzen. Die habe, so Priggen, zwar das Problem erkannt, den der Ausstieg aus der Braunkohle mit sich bringe. Sie müsse sich aber entschlossener für die Windkraft einsetzen.

Stand: 03.02.2020, 14:27

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