Das Bild zeigt Solarpanels und Windräder zur Stromgewinnung.

Erneuerbare Energien: NRW wird ein bisschen ehrgeiziger

Stand: 16.12.2021, 13:13 Uhr

Es sind ehrgeizige Ziele, die Energieminister Pinkwart heute präsentiert hat: Mehr als die Hälfte des Stroms in NRW soll 2030 erneuerbar sein. Windräder in toten Wäldern sollen helfen.

Von Christian Wolf

Erst im letzten Sommer hatte Energieminister Andreas Pinkwart neue Zielmarken für den Ökostrom in NRW bekannt gegeben. Bis 2030 solle der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung auf 50 Prozent steigen. Nun legt der Minister noch eine Schippe oben drauf. Am Donnerstag sprach Pinkwart von 56 Prozent.

Die neue Zielmarke ergibt sich aus einer Überarbeitung der Energieversorgungsstrategie des Landes. Die hat der FDP-Politiker am Donnerstag vorgestellt.

Konkret solle die Stromerzeugung aus Wind bis 2030 verdoppelt und aus Photovoltaik-Anlagen verdrei- oder sogar vervierfacht werden. Vor allem die Sonnenenergie spiele eine "zentrale Rolle", so Pinkwart. Zudem würden neue Gaskraftwerke gebaut, die in Zukunft auch mit Wasserstoff betrieben werden könnten.

Windräder in toten Wäldern

Symbolild: Ein Windrad im Wald

Windräder im Wald sollen ermöglicht werden

Die Windenergie soll unter anderem dadurch ausgebaut werden, dass Anlagen auch auf abgestorbenen Waldflächen errichtet werden können. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) hatte einen entsprechenden Kurswechsel der Landesregierung schon vor ein paar Tagen angekündigt. Pinkwart sagte nun, dass die Anlagen bis zu 30 Jahre stehen könnten. Dann solle der Wald wieder nachgewachsen sein.

Opposition zweifelt an der Umsetzung

Den Grünen gehen die Pläne nicht weit genug. Energieexpertin Wibke Brems sprach im Landtag von einer Strategie der "verpassten Chancen". Zwar gebe es ein paar "Lichtblitze", aber oftmals sei die Strategie nur "halbherzig" und "nicht zu Ende gedacht". So bleibe unklar, wie der Bau von modernen Gaskraftwerken beschleunigt werden solle. Zudem bleibe die Landesregierung "eiskalt" bei den umstrittenen Mindestabständen von 1.000 Metern zwischen Windrädern und Wohnbebauung.

SPD-Fraktionsvize André Stinka kritisierte, dass schon die bisherige Energiestrategie der Regierung gescheitert sei. Denn der tatsächliche Ausbau von Windkraft und Photovoltaik reiche nicht aus, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Beim Landesverband Erneuerbare Energien NRW herrschte positiver Optimismus. Mit der Strategie nähere sich die Landesregierung der "energie- und klimapolitischen Realität", sagte der Vorsitzende Reiner Priggen. Aber es dürfe nicht bei "wohlklingenden Ankündigungen" bleiben. So sei es nicht nachvollziehbar, wie der Ausbau der Windenergie mit der Abstandsregelung gelingen solle.

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