Neue Energiestrategie: Sonne und Wind sollen NRW klimaneutral machen

Montage: Andreas Pinkwart (Archivbild: 23.05.2019), Solarpanel reflektiert Windrad

Neue Energiestrategie: Sonne und Wind sollen NRW klimaneutral machen

  • Landesregierung stellt neue Energiestrategie vor
  • Verdopplung von Wind- und Solarenergie bis 2030
  • Langfristig zwei Drittel des Stroms selbst erzeugen

Woher kommt der Strom in NRW, wenn in 2022 die Atomenergie und spätestens 2038 die Kohleverstromung endet? Um diese zentrale Zukunftsfrage ging es am Mittwoch (10.07.2019) im Landtag. Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) präsentierte die Energieversorgungsstrategie der schwarz-gelben Regierung.

In den nächsten zehn Jahren soll der Anteil erneuerbarer Energien, verdoppelt werden, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) vor dem Landtag. Bis 2030 soll die Leistung der Windenergie 10,5 Gigawatt und die der Photovoltaik 11 Gigawatt betragen.

Mehr Energie durch Wind und Sonne

Das Potenzial des aus Solarenergie erzeugten Stroms sei erst zu fünf Prozent ausgenutzt, sagte Pinkwart und kündigte eine Fotovoltaik-Offensive mit konkreten Maßnahmen an.

Den Ausbau der Windenergie bezeichnete er wegen der hohen Siedlungsdichte in NRW als "besondere Herausforderung". Unter anderem soll die Erneuerung bestehender Anlagen (Repowering) zu mehr Strom aus Windkraft führen.

NRW soll mehr Windkraft bekommen - nur wie?

WDR 5 Mittagsecho 25.03.2019 04:55 Min. WDR 5

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Verdopplung bis 2030

Jede dritte in NRW erzeugte Kilowattstunde Strom soll bis 2030 aus erneuerbaren Energien stammen. Bislang sind es gerade mal 16 Prozent. Der Bundesdurchschnitt lag Ende 2018 bei 38 Prozent. Das Land hat also deutlichen Nachholbedarf.

Ziel der Landesregierung sei es, dass langfristig zwei Drittel des Stroms klimaneutral in NRW erzeugt werden. Das noch fehlende Drittel soll aus Windanlagen an der niedersächsischen Nordseeküste nach NRW importiert werden. Das Land werde künftig vom großen Stromexporteur zum Importeur.

Vom Exporteur zum Importeur

Gaskraftwerke sollen künftig eine größere Rolle bei der Stabilisierung der Stromversorgung spielen, weil Wind und Sonne nicht immer Energie liefern. Auch bei der Versorgung mit Fernwärme sollen sie wegfallende Kohlekraftwerke ersetzen. Ziel sei eine Gesamtkapazität von 10 Gigawatt. Perspektivisch sollen die Gaskraftwerke mit synthetischem Gas befeuert werden, das aus regenerativen Energien stammt.

Opposition nennt Strategie widersprüchlich und schwammig

Die Grünen kritisierten, der angekündigte Ausbau der Windenergie passe nicht zu dem Vorhaben der Landesregierung, die Abstandsregelung von Windrädern auf 1.500 Meter zu erhöhen. Dadurch würden mögliche Flächen für Windanlagen um zwei Drittel reduziert. Das Thema ist am Freitag (12.07.2019) mit dem Landesentwicklungsplan im Landtag.

Die SPD kritisierte die Energiestrategie als "schwammig". Sie habe von der Landerergierung deutlich mehr konkrete Maßnahmen und weniger Absichtserklärungen erwartet. Zum Thema CO2-Besteuerung forderte sie eine einheitliche Haltung der beiden Regierungsparteien.

Stand: 10.07.2019, 15:55