Aus für Energie-Agentur: "Pinkwart macht uns platt"

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Aus für Energie-Agentur: "Pinkwart macht uns platt"

Von Stefan Lauscher

Teil 2/2 - "Mehr Schlagkraft" durch weniger Arbeitskräfte?

Auffällig ist jedenfalls: In der Energie-Agentur arbeiten - Stand heute - etwa 160 Fachleute. Sie alle verlieren zum Jahresende ihre Arbeitsplätze. Die neue Landesgesellschaft startet im Januar dann mit gerade mal 20 Planstellen, die erst langsam aufwachsen sollen - bis 2023 auf 60 und 2024 auf 100 Stellen. Ist das "mehr Schlagkraft"?

Und seltsam ist auch, wie das alles eingefädelt wurde: Grundlage für die Neuorganisation ist ein Gutachten, das Minister Pinkwart in Auftrag gegeben hatte. Das stammt vom April 2020. Die Geschäftsführer der Energie-Agentur wurden aber erst Ende September darüber informiert. Nur einen Tag später verkündete Pinkwart bereits das Aus.

Der Frust in der Agentur ist groß

Von den Mitarbeitern der Energie-Agentur will sich derzeit niemand vor Mikrofon oder Kamera äußern. Wohl auch, weil einige noch immer hoffen, zu den wenigen zu gehören, die weiter beschäftigt werden oder weiter Aufträge bekommen. Hinter vorgehaltener Hand aber ist der Frust groß. "Pinkwart macht uns platt", heißt es da.

Priggen: "Menschlich nicht anständig"

Reiner Priggen ist Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbarer Energie in NRW. Er hat einen Brief an Ministerpräsident Laschet geschrieben. Die Auflösung der Energie-Agentur sei ein völlig "falsches Signal", "kontraproduktiv", "ein Jammer" und "menschlich nicht anständig", so Priggen.

Der Grünen-Politiker Reiner Priggen

Priggen: "nicht zu akzeptieren"

"Jede Landesregierung hat natürlich das Recht, Strukturen zu ändern, wenn sie die Vorstellung hat. Das finde ich, ist erst mal legitim", erklärt Priggen. "Aber dann muss man doch auch an die Menschen denken. Die gehen weg. Und ich finde, dieser menschlich unschöne Umgang mit dieser Kompetenz von Leuten, der ist einfach nicht zu akzeptieren."

Stand: 11.03.2021, 06:00

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