Braunkohle: Träume vom "Innovation Valley Rheinland"

Luftaufnahme Hambacher Forst und Tagebau

Braunkohle: Träume vom "Innovation Valley Rheinland"

  • Landesregierung plant Strukturwandel im Braunkohle-Revier
  • Forderungen: neue Straßen, 5G-Handynetz und Zukunftsindustrien
  • Ein Stimmungsbild aus Elsdorf im Rheinischen Revier
Straße in Elsdorf

Straßenszene aus Elsdorf

Elsdorf im Rhein-Erft-Kreis hat 21.000 Einwohner. Viele Elsdorfer arbeiten im benachbarten Braunkohle-Tagebau. Aber wie sieht es nach dessen Ende aus?

Die Landesregierung hat ihre Vorstellungen zur Zukunft der Region der Kohle-Kommission präsentiert, als diese in Bergheim tagte: "Sofortprogramm Rheinisches Zukunftsrevier" heißt das Konzept.

"Innovation Valley Rheinland"

Andreas Heller, Bürgermeister von Elsdorf

Andreas Heller

Das Sofortprogramm sieht konkrete Maßnahmen vor wie 5G-Ausbau und neue Straßen, Schienen, Radwege. Und es gibt Zukunftsvisionen, was man alles im "Innovation Valley Rheinland" ansiedeln könnte: Green Battery Park Euskirchen, Brainergy Park Jülich oder Wärmespeicher-Kraftwerk Store-to-power.

"Beim ersten Durchlesen dachte ich, jetzt wird das Rheinische Revier zum englischsprachigen Raum", sagt der Elsdorfer Bürgermeister Andreas Heller (CDU). Aber beim genaueren Hinsehen habe er durchaus gute Ansätze für seine Region entdeckt, lobt er.

Der Revierbonus

Heller sagt, um den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten, brauche man dringend eine Vereinfachung der Planungen.

Das wird auch in der Kohle-Kommission erwogen, dort ist von einem "Revierbonus" die Rede. Er soll den Braunkohle-Regionen einen Sonderstatus sichern, der schnelleres und einfacheres Bauen ermöglicht.

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Die aktuellen Planungsbremsen

Ohne einen Sonderstatus vergehen für eine Industrie-Neuansiedlung - "selbst wenn alle Beteiligten versichern, wir machen das möglichst schnell" - mindestens vier Jahre bis zum ersten Spatenstich, schätzt der Elsdorfer Bürgermeister.

Er nennt Stichworte wie Regionalplan-Änderung, Flächennutzungsplan und Bebauungsplan, um den bürokratischen Aufwand zu umreißen. Allein für ein paar Kilometer Radweg müsse er teilweise mit 40-50 Grundstückseigentümern verhandeln.

Welche Arbeitsplätze braucht das Revier?

"Man darf nicht nur das Schöne, Schicke denken", mahnt Heller und fragt sich: Welche Arbeitsplätze entstehen in Zukunft? "Hier im Tagebau arbeiten Elektriker, Schlosser, denen drücken Sie ja nicht einen Laptop in die Hand und sagen: Werd' mal kreativ."

Auf dem Weg ins "Innovation Valley Rheinland" und einen gelungenen Strukturwandel liegen wohl noch viele Hürden - nicht nur bürokratische.

Das Ende der Braunkohle: Was wird aus dem Rheinischen Revier?

WDR RheinBlick | 26.10.2018 | 20:39 Min.

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Stand: 28.10.2018, 06:00