Schulministerin macht spätere Einschulung einfacher

Erstklässler sitzen im Unterricht

Schulministerin macht spätere Einschulung einfacher

Von Christian Wolf

  • Eltern bekommen mehr Einfluss bei späterer Einschulung der Kinder.
  • Schulministerium lockert Regeln in einem Erlass.
  • Änderungen gelten für Grundschulanmeldung zum nächsten Schuljahr.

Wer sein Kind später einschulen lassen will, hat bislang mit hohen Hürden zu kämpfen. Eltern beklagen, dass sie zu wenig Mitsprache hätten. Vor Beginn der Grundschul-Anmeldungen für das Schuljahr 2018/2019 gibt es nun Änderungen, die eine spätere Einschulung vereinfachen.

Eltern können selbst Atteste einholen

Yvonne Gebauer im Landtag

Schulministerin Yvonne Gebauer

In einem Erlass hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) "präzisierende Hinweise" gemacht, wie es am Donnerstag (19.10.2017) aus dem Schulministerium hieß. So sollen künftig auch Stellungnahmen von Fachärzten und Therapeuten berücksichtigt werden, die von Eltern vorgelegt werden. Bislang galten nur Gutachten eines Amtsarztes.

In den Stellungnahmen müssen "erhebliche Anhaltspunkte" genannt werden, warum das Kind aus gesundheitlichen Gründen später eingeschult werden sollte. Auch "präventive Gesichtspunkte" können eine Rolle spielen - was also befürchtet werden muss, wenn das Kind zu früh in die Schule kommt.

Koalitionsvertrag wird umgesetzt

Gebauer weist darauf hin, dass es Kinder gibt, "für die kommt der erste Schultag zu früh". Ziel müsse sein, dass der Schulstart gelinge und eine gute Entwicklung ermöglicht werde. Schon im Koalitionsvertrag hatten sich CDU und FDP auf neue Regeln verständigt.

Auch Fünfjährige werde eingeschult

In NRW gilt der 30. September als Stichtag für die Einschulung. Alle Kinder, die bis zu diesem Datum sechs Jahre alt sind, gelten als schulpflichtig. Da das Schuljahr früher beginnt, werden auch Fünfjährige eingeschult. Laut Schulministerium waren es 2015 geschätzt rund 30.000 Kinder - 20 Prozent der Erstklässler.

Stand: 19.10.2017, 12:43