NRW lässt Gewaltkriminalität genauer untersuchen

NRW lässt Gewaltkriminalität genauer untersuchen

Von Christian Wolf

  • Landesregierung startet Dunkelfeldstudie zur Gewaltkriminalität
  • 60.000 Bürger sollen über eigene Erfahrungen berichten
  • Auch das subjektive Sicherheitsempfinden wird Thema

Mithilfe einer sogenannten Dunkelfeldstudie will die Landesregierung mehr über die Gewaltkriminalität in NRW herausfinden. Dafür werden 60.000 Menschen angeschrieben, wie die zuständigen Innen- und Gleichstellungsministerien am Montag (19.08.2019) mitteilten.

Gefühlte Unsicherheit

Die zufällig ausgewählten Personen sollen demnächst einen anonymen Fragebogen beantworten. Darin werden eigene Gewalterfahrungen und das persönliche Sicherheitsempfinden abgefragt. Die Landesregierung erhofft sich neue Erkenntnisse, die über die alljährliche Polizeistatistik hinausgehen.

Kommentar zur Dunkelfeldstudie über Gewalt

WDR 5 Morgenecho - Kommentar 09.01.2019 02:01 Min. Verfügbar bis 08.01.2020 WDR 5

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"Die nachweislich verbesserte Kriminalitätslage bei uns in Nordrhein-Westfalen ist die eine Sache. Das Empfinden der Bürgerinnen und Bürger die andere", sagte Innenminister Herbert Reul (CDU). Zudem würden Straftaten nicht immer angezeigt. Über all das solle die Studie Aufschluss geben.

Auch Männer werden befragt

Herbert Reul (CDU), und Ina Scharrenbach (CDU), beantworten bei einer Pressekonferenz Fragen

Ina Scharrenbach und Herbert Reul

Auslöser für die Befragung seien die sexuellen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht 2015/16 gewesen, als manche Frauen erst nach Tagen Anzeige erstatteten, erklärte Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU). Der Kreis der Betroffenen werde in der Befragung aber ausgeweitet. "Die Studie dient als Scheinwerfer, um das Dunkelfeld bei der Gewalt gegen Mädchen, Frauen, Jungen und Männer auszuleuchten."

Ergebnisse in einem Jahr

Die Minister hoffen, dass viele der ausgewählten Personen an der Erhebung teilnehmen. "Sonst ist die ganze Nummer nicht wirkungsvoll", sagte Reul. 67 Fragen müssten beantwortet werden. Die Kosten für die repräsentative und wissenschaftlich begleitete Studie lägen bei 500.000 Euro. Ergebnisse sollen im Sommer 2020 präsentiert werden.

Stand: 19.08.2019, 13:49