Gewaltkriminalität soll besser erfasst werden

Düsseldorf: Herbert Reul (CDU), Innenminister in Nordrhein-Westfalen, und Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung

Gewaltkriminalität soll besser erfasst werden

  • Landesregierung startet "Dunkelfeld-Studie" zu Gewaltkriminalität
  • Ziel: Genaueres Bild der täglichen Gewalt
  • Erfassung auch von Taten, die nicht zur Anzeige kommen

Mit einer großangelegten Befragung will die Landesregierung "das Phänomen Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie Jungen und Männer" in NRW ermitteln. 60.000 Personen im Alter über 16 Jahren werden dazu im Laufe des Jahres einen Fragebogen zugeschickt bekommen. Darin geht es um unterschiedlichste Aspekte von Gewalterfahrung - in der eigenen Familie, auf der Straße, im öffentlichen Raum.

Gefühlte Unsicherheit

Aber auch die gefühlte Sicherheit soll ermittelt werden: Ob am Wohnort Müll auf der Straße herumliege oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit eingeschätzt wird, in den nächsten 12 Monate beraubt zu werden. Man wolle wissen, "wann und wie sich die Leute sicher fühlen, aber auch, wann sie sich eben nicht sicher gefühlt haben", sagte Innenminister Herbert Reul (CDU), der die Pläne zur Studie zusammen mit Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Dienstag (08.01.2019) in Düsseldorf vorstellte. Erst, wenn man wisse, was genau wo unbemerkt passiert, könnten Hilfssysteme richtig greifen.

Die Auswahl der Befragten in 81 Kommunen erfolge nach dem Zufallsprinzip. Durchgeführt wird die Studie, für die das Land 500.000 Euro ausgibt, vom Bonner Umfrageinstitut "Infas" zusammen mit dem Landeskriminalamt. Mit Ergebnissen sei Anfang 2020 zu rechnen.

Viele Taten bleiben ungestraft

Auslöser seien die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht 2015/16, als manche Frauen erst nach Tagen Anzeige wegen sexueller Belästigung erstatteten, erklärte Ministerin Scharrenbach. Nach wie vor kämen viele Straftaten gar nicht zur Anzeige.

Stand: 08.01.2019, 15:14