Mehr Drohnen über NRW-Gefängnissen gesichtet

Gefahr durch Drohnen

Mehr Drohnen über NRW-Gefängnissen gesichtet

Von Karin Bensch

  • Schon zehn Drohnen über NRW-Gefängnissen gesichtet
  • 2017 und 2018 waren es nur je drei
  • Waffen, Drogen, Handys – alles kann transportiert werden

Zehn Drohnen wurden in diesem Jahr über Gefängnissen in NRW gesichtet. Das klingt erst einmal wenig. Aber: Es sind gut drei Mal so viele wie jeweils in den beiden vergangenen Jahren. Und das trotz Flugverbots. Das bestätigte ein Sprecher des NRW-Justizministerium dem WDR am Montag (11.11.2019). Drohnen werden verstärkt für kriminelle Aktionen im Luftraum über den JVAs eingesetzt.

Die ferngesteuerten Fluggeräte sind eine Gefahr für den Strafvollzug, weil mit ihnen Gefängnisgebäude ausspioniert und sogar Waffen, Ausbruchswerkzeuge, Handys und Drogen transportieren werden können.

Handy-Schmuggel mit Drohnen

In Nordrhein-Westfalen wurden bislang noch keine solchen Schmuggelversuche bemerkt, sagt ein Sprecher des NRW-Justizministeriums. In Hamburg dagegen war bereits vor einigen Jahren eine Drohne mit Handys und Drogen im Innenhof einer Haftanstalt gefunden worden. Auch in Baden-Württemberg hatten Kriminelle versucht, Handys auf diese Weise einzuschmuggeln – die Drohne stürzte allerdings vor der Gefängnismauer ab.

Störsender und Abfanggeräte im Einsatz

Mehrere Unternehmen bieten bereits Abwehrsysteme an. Vom Störsender für die Drohnensteuerung bis zum Abfanggerät mit Fangnetz. Manche dieser Geräte arbeiten mit Radar, Infrarot-Sensoren und Videokameras, um fliegende Objekte über Gefängnissen zu erfassen und das Wachpersonal zu alarmieren. Dazu zählen neben Drohnen auch Modellflugzeuge und Ballons. Die Deutsche Flugsicherung schätzt, dass bis 2020 rund 1,2 Millionen Drohnen im privaten und kommerziellen Einsatz sein werden.

In Nordrhein-Westfalen gibt es 36 Justizvollzugsanstalten mit derzeit rund 16.000 Gefangenen. Sie setzen vor allem auf ihr Wachpersonal und Videoüberwachung.

Flugsicherheit – Was getan wird für entspanntes Fliegen Planet Wissen 25.10.2019 57:53 Min. Verfügbar bis 25.10.2024 ARD-alpha

Stand: 11.11.2019, 11:51