Mit feiner Nase gegen Drogen in der JVA

Rottweiler-Rüde Rolex schaut zu seinem Diensthundeführer auf

Mit feiner Nase gegen Drogen in der JVA

Von Sabine Tenta

  • Zahl der Drogenspürhunde in NRW-Gefängnissen wird erhöht
  • Vier Teams aus Tieren und Hundeführern werden ausgebildet
  • Ein Hund kann sogar Handys erschnüffeln

"Wuff, wuff" - ein kraftvolles Bellen von Rottweiler Rolex in der JVA Köln reicht und schon steigt der Wasserverbrauch an. Etliche illegale Drogen werden die Toilette runtergespült.

Hundetrainer Darius Szeliga und die belgische Schäferhündin Gina

Darius Szeliga und Hündin Gina

Darum bellt Rolex erst nach Ende seiner Arbeit. Zuvor hat er mehrere Zellen durchsucht. Das Tier ist sehr diszipliniert. Sein Hundeführer Darius Szeliga arbeitet neben Rolex seit vielen Jahren auch mit Schäferhündin Gina zusammen.

Mit feiner Nase gegen Drogen im Gefängnis

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen | 22.11.2018 | 03:41 Min.

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Zahl der Hunde wird erhöht

Rolex und Gina sind zwei von zurzeit sieben Drogenspürhunden in NRW. Die Tiere hatten 2017 laut Ministerium 192 Einsätze und sind dabei 129 Mal fündig geworden.

"Ich möchte gerne den Druck gegen den Drogenkonsum und den Drogenhandel in den Anstalten deutlich erhöhen", sagt NRW-Justizminister Peter Biesenbach. Denn 40 Prozent der Inhaftierten seien drogenabhängig.

Darum werden aktuell vier weitere Hunde und Diensthundeführer von Darius Szeliga ausgebildet. Langfristig möchte Biesenbach in jeder der 36 JVA in NRW mindestens einen Hund haben.

Handygeruch in der Schnüffelnase

Mini-Smartphone in einer Männerhand

Beliebt bei Gefangenen: Mini-Handy

Rolex ist ein besonderer Spürhund, er kann auch Handys finden. Vom Uralt-Mobiltelefon bis zum neuesten Smartphone habe er den Rüden auf alle Modelle trainiert, sagt Darius Szeliga. Was genau Rolex riecht, will Szeliga nicht verraten. Die Gefangenen sollen möglichst wenig über die Arbeit der Hunde wissen.

Da über Handys der Drogenhandel im Gefängnis organisiert wird, sind sie zentral im Kampf gegen Drogen. Egal ob Drogen oder Handys aufgespürt werden - es ist Schwerstarbeit für die Hunde: "20 bis 30 Minuten Nasenarbeit entspricht bei uns Menschen 20 bis 30 Kilometer Joggen", so Szeliga.

Die Diensthundeführer

Gruppenfoto zeigt fünf JVA-Mitarbeiter in Uniform und zwei Diensthunde

Die neuen Diensthundeführer und ihr Ausbilder

Die Diensthundeführer sind Mitarbeiter des Justizvollzugs, die sich künftig ganz der Arbeit mit Hunden widmen werden.

Für die vier neuen Stellen hat es zahlreiche Bewerbungen und ein mehrstufiges Auswahlverfahren gegeben. Die Ausbildung dauert für Hunde und Menschen vier Monate. Soll auch das Aufspüren von Handys trainiert werden, kommen zwei Monate obendrauf.

"Rentenansprüche" der Hunde

Rauschgiftspürhündin Gina knabbert nach erfolgreicher Arbeit an einem Beißspielzeug

Belohnung Beißspielzeug für Gina

Die Diensthundeführer leben mit den Hunden zusammen. Darum muss den neuen Job die ganze Familie mittragen. Für Alexander Reinken von der JVA Rheinbach kein Problem: "Meine drei Kinder, meine Frau und ich lieben den Hund."

Versorgt werden die Tiere über eine Verpflegungs- und Tierarztkosten-Pauschale durch das Land, auch nach Dienstende der Hunde. Den Hundeführern wird freigestellt, ob sie die Tiere behalten möchten. "Die meisten wollen das", so Szeliga.

Stand: 22.11.2018, 06:00