Minipartei am rechten Rand: "Der III. Weg"

Der Dritte Weg hat Postkarten für eine Ausreise nach Afrika verschickt

Minipartei am rechten Rand: "Der III. Weg"

Von Martin Teigeler

Die rechtsextreme Partei "Der dritte Weg" hat in Nordrhein-Westfalen kaum Anhänger. Fakten zu einer Splittergruppe, die vor allem in Ostwestfalen und im Sauerland aktiv ist.

Ehemalige NPD-Mitglieder und Neonazis aus Rheinland-Pfalz und Hessen seien bei der Gründung der Partei "Der III. Weg" oder "Der Dritte Weg" im Jahr 2013 dabei gewesen, heißt es im NRW-Verfassungsschutzbericht für 2015. Die darin angegebene Zahl von etwa 30 Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen sei nach wie vor aktuell, sagte ein Sprecher des Landesinnenministeriums am Donnerstag (09.03.2017) in Düsseldorf. Die Splitterpartei gilt als Nachfolgeorganisation des verbotenen "Freien Netzes Süd".

Die Partei ist derzeit bundesweit in den Schlagzeilen. Ein Stadtverordneter in Olpe will rechtlich gegen die Partei vorgehen. Auslöser war ein Gutschein des "Dritten Weges" für die Ausreise aus Deutschland, adressiert an Menschen, die Deutschland angeblich nicht lieben.

Experte: "Sehr kleinteilige Aktionen"

"Die Partei startet teilweise sehr kleinteilige Aktionen - zum Beispiel eine Spendensammlung für ein Tierheim", sagt der Dortmunder Journalist Sebastian Weiermann, der seit Jahren intensiv über die rechte Szene in NRW berichtet. Von anderen Rechtsextremisten werde der "Dritte Weg" manchmal belächelt, "wegen des Old-School-mäßigen Auftretens mit Fackelmärschen und so". Eine NRW-weite Expansion der Partei sei bislang nicht zu verzeichnen.

Laut Verfassungsschutz ist die Partei bisher in Bielefeld, Paderborn, Teutoburger Wald und im Landkreis Olpe aufgefallen. "Der Dritte Weg" propagiere "ein rechtsextremistisches Staats- und Gesellschaftsbild" und lehne sich "ideologisch an das Gedankengut der NSDAP an".

Stand: 09.03.2017, 18:00