Olympia 2032: DOSB erhebt Vorwürfe gegen Mronz

RheinRuhr 2032

Olympia 2032: DOSB erhebt Vorwürfe gegen Mronz

Von Christoph Ullrich

Olympia an Rhein und Ruhr im Jahr 2032 ist vom Tisch. Das hat der DOSB eingeräumt. Der olympische Sportbund sieht dabei auch Pannen bei der Kommunikation seitens der Initiative.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sieht keine Chance mehr für Olympische Spiele an Rhein und Ruhr - zumindest für das Jahr 2032. Das vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) letztendlich gewählte Vergabeverfahren mache eine Bewerbung Deutschlands unmöglich, zitierte DOSB-Präsident Alfons Hörmann aus einer Präsentation, die er für Journalisten und Journalistinnen vorbereitet hatte.

Streit zwischen DOSB und IOC

Damit sagte der bayerische Sportfunktionär nur das, was ohnehin schon alle ahnten: Nach dem Vorentscheid des IOC für Brisbane wäre es schlicht ein Wunder, wenn die Spiele 2032 an Rhein und Ruhr stattfinden.

Hörmann selbst war über die Entscheidung des internaitonalen Komitees nicht besonders enttäuscht, auch wenn er Kritik an dem Verfahren und dem Umgang des IOC damit äußerte. Teilweise warf er der Dachorganisation Falschaussagen vor. Inhaltlich und fachlich könne er die Entscheidung jedoch vollends verstehen.

Deutliche Kritik an Rhein-Ruhr-Kommunikation

Neben diesem Verbandsstreit standen auch andere, für NRW nicht unwichtige Dinge im Raum. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte nach der überraschenden IOC-Entscheidung für Brisbane dem DOSB vorgeworfen, sich nicht richtig engagiert zu haben.

Bei der Rhein-Ruhr-Initiative und auch auf Seiten der Landesregierung war man zudem verärgert über Berichte, der Deutsche Olympische Sportbund habe sich im Vorfeld aktiv gegen eine Teilnahme an dem Vorentscheid entschieden. Dies sei nicht wahr, so Hörmann. Im Gegenteil: "Am DOSB wäre eine Bewerbung nicht gescheitert." Man habe bei der Initiative in NRW wohl die Zeichen nicht verstanden, was das beschleunigte Verfahren für Olympia an Rhein und Ruhr bedeutet.

Das Telefonat mit Armin Laschet

Hörmann zitierte aus internen Mails, legte Zeitpläne vor und erhob damit - ob gewollt oder ungewollt - Vorwürfe gegen den Leiter der Rhein-Ruhr-Initiative, Michael Mronz. Dieser habe zum Beispiel nicht alle "nennenswerten Informationen" der Landesregierung vorgelegt. Das zumindest sei sein Eindruck aus einem Telefonat mit Laschet.

Die olympischen Regenspiele an Rhein und Ruhr

WDR RheinBlick 25.02.2021 27:51 Min. Verfügbar bis 25.02.2022 WDR Online


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Auch aus diesem Gespräch zitierte der DOSB-Chef, dass der Ministerpräsident heute sicher eine reflektiertere Haltung einnehmen würde. Außerdem sei Laschet überrascht gewesen, wie Prozesse im IOC laufen. CDU-Bundeschef Laschet hatte am Freitag dem DOSB vorgeworfen, einen großen Anteil an der verfahrenen Situation zu haben.

Inzwischen soll es auch - so Hörmann - eine Unterhaltung zwischen Laschet und IOC-Chef Thomas Bach gegeben haben. Zu dem Gesprächen wollte die Düsseldorfer Staatskanzlei keine Stellung nehmen. Ein Sprecher schrieb auf Anfrage, "Ministerpräsident Armin Laschet berichtet nicht über vertrauliche bzw. nicht-öffentliche Gespräche." Seine Haltung zu Olympia sei jedoch unverändert, man werde sich weiter um die Spiele bemühen.

Die Darstellungen Hörmanns werfen kein gutes Licht auf die private Initiative "Rhein-Ruhr-City 2032" und ihren Chef Michael Mronz. Zeitpläne wurden offenbar anders interpretiert. Die Kommunikation zur Politik in NRW, die hinter der möglichen Bewerbung stand, sah Hörmann auch als Problem. Trotz dieser deutlichen Kritik wolle man den Weg mit Mronz weiter gehen, so Hörmann. Man habe nun viel Zeit gewonnen, einen Anlauf für spätere Spiele nehmen zu können.

Auch Olympia 2036 vom Tisch?

Mronz' Initiative sprach in einem Statement davon, dass man für die schnelle Festlegung auf Brisbane beim IOC keine Anhaltspunkte hatte. "Es gab für uns keinerlei belastbare Faktenlage oder gar Datums-Perspektiven für eine Entscheidung des IOC im Februar, die irgendeine Änderung unseres Arbeitsprogramms oder eine Mitteilung an unsere Partner notwendig gemacht hätten", heißt es in der Mitteilung.

Von der SPD-Opposition im Landtag gab es den Wunsch nach einem klaren Strich. Die Einschätzung des DOSB sei eine "traurige Nachricht", sagte Fraktionschef Thomas Kutschaty. Man müsse sie akzeptieren.

Ob nun eine Bewerbung für Olympia 2036 eine gute Idee ist, ist mehr als umstritten. Armin laschet kann sich das durchaus vorstellen.

100 Jahre nach den Spielen von Berlin, in dem sich Nazi-Deutschland mit seiner Propaganda auf der Weltbühne zeigte, fehlt DOSB-Chef Hörmann jedoch die "Vorstellungskraft und Fantasie, wie man solche Spiele erfolgreich durchführen könnte." Ähnlich äußerte sich SPD-Mann Kutschaty. Spiele 100 Jahre nach den Nazi-Spielen könne es nicht geben.

Stand: 01.03.2021, 12:32

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